Urgestein hilft Neulingen


Probenzeit bei der plattdeutschen Theatergruppe des MGV „Heimatklang“ Settel. Auf der Diele von Helmut Oeljeklaus ist die Kulisse aufgebaut. Zwei der Hauptakteure, Hartwig Nüßmeyer (links) und Gert Haumann sind im Dialog zu sehen, verfolgt von Souffleur Werner Stöppel und Martin Fiegenbaum (vorne von links). Premiere von „Egger?...logisch...biologisch“ ist am 18. Februar in der Gempt-Halle. Foto:
Probenzeit bei der plattdeutschen Theatergruppe des MGV „Heimatklang“ Settel. Auf der Diele von Helmut Oeljeklaus ist die Kulisse aufgebaut. Zwei der Hauptakteure, Hartwig Nüßmeyer (links) und Gert Haumann sind im Dialog zu sehen, verfolgt von Souffleur Werner Stöppel und Martin Fiegenbaum (vorne von links). Premiere von „Egger?...logisch...biologisch“ ist am 18. Februar in der Gempt-Halle. Foto:
(Detlef Dowidat)


Lengerich - „Claus, du guckst viel zu fröhlich, obwohl du ausgeschimpft wirst. Mach ein ernstes Gesicht“. Hartwig Nüßmeyer gibt wertvolle Ratschläge. Das Urgestein der plattdeutschen Theatergruppe des Männergesangvereins (MGV) „Heimatklang Settel“ läuft bereits bei den Proben zur Hochform auf. Und hilft immer wieder gern den Newcomern.

Einer von ihnen ist Claus Buddenkuhl. Der 27-Jährige hat Premiere. Bei der turbulenten Komödie „Egger? ...logisch...biologisch“ spielt er den geschiedenen Ehemann Rudi der Hauptdarstellerin Hanna Megger. Lampenfieber, so gesteht er, habe er schon. „Aber ich freue mich, wenn es los geht“, meint Buddenkuhl, der recht cool an die Sache heran geht.


Plattdeutsch habe er immer schon in der Familie gehört. Von Oma und Opa. Auch der Papa spreche das vorzüglich. „Ich selber verstehe es wohl. Aber sprechen habe ich das Plattdeutsche erst jetzt für das Theater gelernt“, erzählt der junge Mann. Es habe ihn schon immer gereizt, auf der Bühne zu stehen. Und als an ihn die Bitte herangetragen wurde, beim neuen Stück der Setteler mitzuwirken, habe er spontan ja gesagt. „Und dann ging das Pauken los. Aber mit Hilfe meines Vaters und der Mitspieler hier war ich schnell drin im Stoff“, berichtet Claus Buddenkuhl.

Geprobt wird auf der Diele von Helmut Oeljeklaus im tiefsten Settel. Eisige Temperaturen erfordern Erfindungsreichtum. Und den besitzen die Setteler Schauspieler. Heißlüfter laufen auf Hochtouren. In den Pausen gibt es passende Getränke. Nussecken dürfen traditionsgemäß nicht fehlen. Und auch Eiserkuchen locken zum Naschen.

„Los, los, jetzt weiter, wir müssen voran kommen“, fordert Hartwig Nüßmeyer. Und schon geht das turbulente Spiel auf der improvisierten Bühne weiter. Wo ein zweiter Neuling ins Bild kommt. Marina Biedenkap. „Ich habe schon etwas Bühnenerfahrung, habe in der Theaterwerkstatt in Wechte schon häufiger mitgewirkt“, erzählt die junge Frau. Allerdings in hochdeutsch. „Plattdeutsch ist doch etwas ganz anderes, das habe ich erst richtig lernen müssen“, berichtet Marina Biedenkap. Einen guten Partner hat sie in ihrer Mutter Elke, die in einer weiteren Hauptrolle als Ulla Megger zu sehen ist.

Ein wachsames Auge, dass alles in richtigen Bahnen verläuft, hält Werner Stöppel auf die Proben. Er ist schon seit vielen Jahren als Souffleur bei der plattdeutschen Theatergruppe im Einsatz. Und kaum etwas kann ihn aus der Ruhe bringen. „Hanna erst oder Ulla, hier steht Ulla. Wie denn nun“, runzelt er plötzlich mit der Stirn. Bis ihn die Akteure aufklären, dass erst Ulla und dann Hanna genannt werden. „Es wird was werden, davon bin ich überzeugt“, strahlt Werner Stöppel eine gewisse Gelassenheit aus.

Derweil betrachtet Vorsitzender Ralf Krumme zufrieden das Geschehen: „Noch zwei Wochen Zeit zum Proben. Dann sitzt alles“. Er freut sich, dass auch Kinder aus der plattdeutschen Arbeitsgemeinschaft der Grundschule Stadtfeldmark am Schluss-Sonntag im März auf die Bühne kommen und etwas vortragen. „Um den Nachwuchs mache ich mir derzeit keine Sorgen, die plattdeutsche Sprache ist wieder im kommen. Das werden wir auch fördern“, erklärt der Vorsitzende des MGV „Heimatklang“.

VON DETLEF DOWIDAT, LENGERICH


03 · 02 · 12



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