Metelener Knöllchenbilanz nach einem Jahr

Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser


Christa Hues ist seit knapp einem Jahr in Metelen unterwegs, um den ruhenden Verkehr zu kontrollieren. Die Och­truperin agiert in ihrem Job mit Fingerspitzengefühl: „Ich lasse immer mit mir reden.“ Fotos:
Christa Hues ist seit knapp einem Jahr in Metelen unterwegs, um den ruhenden Verkehr zu kontrollieren. Die Och­truperin agiert in ihrem Job mit Fingerspitzengefühl: „Ich lasse immer mit mir reden.“ Fotos:
(Peter Schmitz)


Metelen - Seit einem Jahr gibt es sie wieder in Metelen: die Überwachung des ruhenden Straßenverkehrs. Das bedeutet: Wer im Ortskern und Umgebung nicht nach Vorschrift parkt, kassiert ein „Knöllchen“. Für die Kontrollen ist Christa Hues zuständig. Sie ist seit dem 15. Februar 2011 pro Woche fünf Stunden im Ort aktiv.

In den Jahren zuvor war Metelen sozusagen rechtsfreie Parkzone. „Wegen der Baumaßnahmen an der B 70 und an der Ochtruper Straße haben wir die Überwachung ausgesetzt. Das hätte nur zu Problemen geführt“, erklärt Metelens Fachbereichsleiter für Bürgerdienste, Theo Stücker. Die Freiheiten in Sachen Parken wollten sich viele auch nicht nehmen lassen, als sich die Situation in Metelen wieder entspannte. „Deshalb kam es zu Beschwerden aus der Bevölkerung“, so Stücker. Als Reaktion entschloss man sich im Rathaus dazu, die Kontrollen wieder aufzunehmen.


Auf die Stellenausschreibung meldete sich schließlich Christa Hues. Dass sie in Ochtrup wohnt, bringt diverse Vorteile mit sich. Zum einen kommt die Technik zur Verkehrsüberwachung aus der Töpferstadt. Das Kontrollgerät kann Hues in der Stadtverwaltung abholen und direkt mit zur Arbeit nehmen. Eine Neuanschaffung von Geräten und Software hätte Metelen etwa 20 000 Euro gekostet. Klar, dass sich Theo Stücker und seine Kollegen über die „interkommunale Zusammenarbeit praktischer Art“ freuen.

Christa Hues nimmt die Fahrt von Ochtrup nach Metelen aber noch aus einem anderen Grund gerne in Kauf: „Ich denke, es ist schon ein Vorteil, in dem Beruf nicht am Wohnort zu arbeiten. In Metelen sind die Berührungspunkte viel geringer.“ Auf eine unerbittliche Ortsfremde treffen die Metelener mit Hues aber keineswegs: „Ich lasse immer mit mir reden und bin nicht darauf aus, dass die Leute zahlen müssen.“ Ausnahmen sind nur dann nicht möglich, wenn das Kennzeichen des falsch geparkten Autos und sämtliche andere Informationen schon im Gerät festgehalten sind. Diese Linie kommt in den meisten Fällen gut an.

„Wir wollen nicht die Oberlehrer spielen. Wir leisten Überzeugungsarbeit, damit die Leute Vernunft walten lassen“, sagt Theo Stücker. Bei ihm im Büro sind immer mal wieder Metelener zu Gast, die ein „Knöllchen“ kassiert und Redebedarf haben. In verschärfter Form sei dies aber schon seit längerem nicht mehr passiert: „Als die Verkehrsüberwachung vor 15 Jahren losging, waren die Leute teilweise wesentlich aufgebrachter. Da hat hier schon mal der Türrahmen gewackelt.“

Für das zurückliegende Jahr fällt Stückers Fazit jedenfalls positiv aus. Und auch Christa Hues erlebt täglich, dass sich das Parkverhalten geändert hat. „Ganz zu Anfang musste ich teilweise doppelt so viele Falschparker verwarnen“, schildert die Ochtruperin ihre Erfahrungen.

Oft sehen sich Städte und Gemeinden mit dem Vorwurf konfrontiert, mit solchen Überwachungsmaßnahmen solle nur Geld verdient werden. Theo Stücker verweist in solchen Fällen auf die Statistik. Die weist nach etwa 350 Tagen 477 Verwarnungen aus. Inklusive der Bußgelder nahm Metelen 4400 Euro aus den Kontrollen ein. Zieht man davon die entstehenden Kosten ab, wird klar: Reich wird die Gemeinde durch Falschparker nicht . . .

VON PETER SCHMITZ, STEINFURT


07 · 02 · 12





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