100 Jahre SuS: Start der MV-Serie zum Jubiläum des Vereins


Die Handballabteilung ist eine große Familie. Das zeigt sich auch bei der alljährlichen Weihnachtsfeier.
Die Handballabteilung ist eine große Familie. Das zeigt sich auch bei der alljährlichen Weihnachtsfeier.
(Fotos: SuS)


Neuenkirchen. Handball ist schnell, abwechslungsreich, individuell und spannend. Handball kennt keine Diven, keine Einzelkämpfer, keine Stinkstiefel. Handball ist ein teamorientierter Sport. Handball ist in. Auch beim SuS Neuenkirchen ist der Handball mehr als nur eine Randsportart. Er ist zu einem großen Bruder neben den Fußballern herangewachsen und ein Bestandteil des Vereins geworden. Die sieben Senioren- und 17 Juniorenmannschaften stehen im alltäglichen Interesse vieler Neuenkirchener Jugendlichen und Erwachsenen.

Wer glaubt, dass der Boom und die Begeisterung am Handballsport aus der Weltmeisterschaft 2007 in Deutschland rührt, liegt in den Augen von Abteilungsleiter Norbert Üffing falsch. „Der Zulauf ist im Vergleich zu den Vorjahren in 2007 gleich geblieben. Wer geglaubt hatte, dass uns jetzt alle vom Bolzplatz in die Halle rennen, der sah sich getäuscht“, erzählt Üffing gegenüber der MV. Der positivste Effekt war vielmehr das steigende öffentliche Interesse an den Geschehnissen rund um den schnellen Sport. „Es ist für uns deutlich einfacher geworden, Sponsoren zu finden. Auch die Zuschauerzahlen der klassenhöchsten Mannschaften sind besser geworden“, freut sich der selbst noch aktiv in der Altherrenmannschaft spielende Üffing über die Entwicklung der Abteilung.



Erfolgreich: Die Herrenhandballer stiegen 2008 in die Landesliga auf.
Erfolgreich: Die Herrenhandballer stiegen 2008 in die Landesliga auf.


Ein besonderes Augenmerk legen die Verantwortlichen auf die Nachwuchsförderung. In wohl keiner anderen Abteilung wird der Nachwuchsgedanke so stark gefördert wie bei den Handballern des SuS Neuenkirchen. „Wir wollen von Jahr zu Jahr perfekter werden und arbeiten zielorientiert für eine sichere Zukunft“, so Üffing. Nicht der sportliche Erfolg, sondern vielmehr der Gemeinschaftsgedanke steht bei den SuSlern im Vordergrund.


Jugendarbeit, hier die männliche B-Jugend, wird beim SuS groß geschrieben: 225 Jugendliche spielen hier.
Jugendarbeit, hier die männliche B-Jugend, wird beim SuS groß geschrieben: 225 Jugendliche spielen hier.


Ein besonderes Projekt, das im Fokus der Arbeit steht, ist die Kooperation mit dem Deutschen Handballbund (DHB) unter dem Motto „Handball in Schulen“. Glaubt man den statistischen Zahlen, ist der Kinderhandball in Deutschland für die Vereine ein großes Mitgliederpotenzial. Innerhalb des Schulunterrichts entwickelt sich ein echter Wettbewerb. Traditionelle Sportarten, wie beispielsweise Handball, werden zu Gunsten von sogenannten Trendsportarten immer mehr in den Hintergrund gedrängt. Aus diesem Grund wolle man „ein intensives Gespräch mit den Grundschulen suchen, um dieser Entwicklung gegenzuwirken“.Auch die vereinsinterne Trainerfortbildung soll fortgesetzt werden. „Dort sehe ich für die nächsten Jahre das größte Problem: Aufgrund des geforderten Trainingsaufwandes wird es immer schwieriger, freiwillige und gut geschulte Trainer zu finden“, erklärt der Abteilungsleiter. Daher werde das Konzept von Atila Petö, Ex-Trainer der Herrenmannschaft, von Norbert Puttkammer fortgesetzt.

Die Jubiläumssaison verläuft für die Handballer in den Augen von Üffing „hervorragend“: „Es ist die wohl ereignisreichste Saison, die ich bisher erlebt habe.“ Besonders die 1. Damenmannschaft spielte sich in diesem Jahr in den Fokus. Mit einer noch nie da gewesenen Dominanz hat sich die Mannschaft von Trainer Hartmut „Hutch“ Wiegers bereits vier Spieltage vor Ende der Bezirksligasaison den Aufstieg gesichert. Bei noch zwei ausstehenden Spielen hat das diesjährige Aushängeschild der Abteilung gerade einmal ein Pünktchen abgeben müssen. Ebenfalls aufgestiegen ist die 3. Herrenmannschaft, während die 2. Herrenmannschaft noch in der Aufstiegsrunde der Kreisliga um den Aufstieg kämpft. Für die 1. Herrenmannschaft könnte die Landesligasaison vorerst die Letzte sein, denn bislang zieren die Spieler um Trainer Bogdan Oana den vorletzten Tabellenplatz. Bei noch vier Spielen und zwei Punkten Rückstand hat der letztjährige Bezirksligaaufsteiger aber noch alles in der Hand.

Besonders bemerkenswert sind auch die Leistungen der Jugendmannschaften. Sowohl die weibliche B-Jugend wie auch die männliche B-Jugend werfen ihre Tore in der Bezirksliga. „Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir jemals zwei Teams in derart hohen Ligen hatten“, freut sich Üffing. Neben den ehrenamtlichen Trainern seien vor allem die Eltern ein wichtiger Bestandteil, damit die Jugendarbeit überhaupt funktioniert.

Dabei können sich die Verantwortlichen aber auch auf die eigene Schulter klopfen, denn der Grundstein des Erfolgs liegt bereits einige Jahre zurück: „Die jetzigen B-Jugendspieler sind unsere damaligen Minis.“ Aufgrund der Handballhochburgen in Nordhorn, Emsdetten oder Ibbenbüren sei es zwar schwer, die großen Talente zu halten. Aber „am Beispiel Ralf Puttkammer sieht man, dass auch ehemalige Jugendspieler den Weg von großen Vereinen zurück zum SuS finden“. Und das aus einem einfachen Grund, wie Norbert Üffing findet: „Wir sind eine lebendige große Gemeinschaft.“

VON DENNIS HAGEN


11 · 04 · 09



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