Herbert Perick: Seit 34 Jahren mit der Pfeife in der Hand


Keine leichte Aufgabe: Herbert Perick ist Handball-Schiri für den SuS.
Keine leichte Aufgabe: Herbert Perick ist Handball-Schiri für den SuS.
(Foto: Hagen)


Neuenkirchen. In jedem Verein, jeder Abteilung und jeder Mannschaft gibt es meistens eine Person, die aus der großen Masse hervor sticht. Eine Person, die sich selbst nie in den Vordergrund stellen würde. Eine Person, die sich besonders mit dem Verein identifiziert und sich für ihn einsetzt. Herbert Perick gehört zu diesen Personen, deren Arbeit für die Handballabteilung des SuS Neuenkirchen besondere Anerkennung verdient.

Der 54-jährige Witwer ist nicht etwa seit Ewigkeiten im Vorstand oder im Trainerbereich tätig. Nein, Herbert Perick hat die wohl schwerste Aufgabe, die die Sportart „Handball“ zu bieten hat: Perick ist Schiedsrichter. Und das seit nunmehr 34 Jahren. „Angefangen habe ich mit 18 Jahren, habe zwischendurch aber eine zweijährige Pause eingelegt. Damals habe ich eigentlich alles versucht zu machen: Ich war Spieler, Trainer und Schiedsrichter“, erzählt der Emsdettener aus seinen Anfängen.
Mit der Zeit wurde es dem Handballverrückten irgendwann zu viel. Er musste sich entscheiden, „alle drei Sachen waren mit meiner beruflichen Tätigkeit nicht mehr zu vereinbaren“.


Herbert Perick entschied sich für das Pfeifen. Bis zu Bezirksligaspielen hat es ihn getrieben, die er jahrelang mit seinem Partner Klaus Unfeld leitete. „Heute pfeifen wir nur noch auf Kreisebene. Die weiten Fahrten sind mir irgendwann zu bunt geworden“, so Perick. Die kurioseste Geschichte, die der 54-jährige je erlebt hat, spielte sich in einem tiefen Winterabend in Soest ab. Nichts ahnend wollte Perick um kurz nach Mitternacht die Soester Halle verlassen, als er plötzlich sein Auto nicht mehr finden konnte: „Es lag 20 Zentimeter Neuschnee, alles war völlig eingeschneit. Diese Nacht werde ich wohl nicht mehr vergessen“, schmunzelt der dienstälteste Schiedsrichter des SuS Neuenkirchen. Seitdem zog es ihn nur noch in die Hallen der näheren Umgebung.

An ein baldiges Karriereende als Schiedsrichter denkt Perick zur Zeit nicht: „Solange es Körper und Geist mitmachen, werde ich weiter machen. Ich hoffe, dass mir die Leute rechtzeitig Bescheid sagen, wenn ich aufhören soll.“ Außerdem will er es davon abhängig machen, wie lange sein Partner Klaus Unfeld noch mit ihm auf dem Parkett steht, denn „es dauert über ein Jahr, bevor man sich richtig aufeinander abgestimmt hat“.

In jungen Jahren lag Herbert Pericks Fokus zunächst nicht auf dem Handballsport. Ihn hat es vielmehr auf die Bolzplätze verschlagen, doch bei einer Partie mit seinen Freunden Aki Schmidt und Bernie Herbering wandelte sich seine Liebe zum Fußball schlagartig: „Bei einem Spiel hat mich Aki dermaßen hart abgeschossen, dass ich die Nase gestrichen voll hatte und zum Handball gegangen bin.“ Der Abteilung wird´s recht gewesen sein, schließlich gehört Perick als Pressesprecher zur Zeit zu einer wichtigen Person, deren Arbeit und Engagement besondere Anerkennung verdient hat.

VON DENNIS HAGEN


11 · 04 · 09



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