Wahlpartys: Alle feiern - nur die FDP leckt ihre Wunden
Maria Möllering gratulierte ihrem Mann Franz als erste zur Wahl zum Bürgermeister - mit einem Küsschen. (Foto: Homering)
Neuenkirchen. Sonntagabend, 21 Uhr: Wohin man schaut - fröhliche Gesichter. Die Parteien feiern den Wahlausgang in Neuenkirchen. Während CDU-Vorsitzender Herbert Albert in der Brennerei Niehues warme Worte für seinen neuen Bürgermeister Franz Möllering findet, bedankt sich Uwe Fischer in der Gaststätte Lorenbeck bei den SPD-Mitgliedern für den gelungenen Wahlkampf. Ebenso gut ist die Stimmung bei UWG und Grünen. Nur die FDP sitzt im Café Jedermann und macht lange Gesichter.
„Wir lecken die Wunden“, bedauert Joachim Koch. „Wir freuen uns für die UWG und bedauern, dass die CDU weiterhin Mehrheitspartei ist, wir haben verloren und stehen dazu“, fasst er die Stimmung zusammen. „Ich baue auf die Jugend, denn ich werde hier in fünf Jahren politisch nicht mehr existieren, denn in Neuenkirchen ist Innovation definitiv nicht erwünscht“, betont Koch und unterbricht die Frage nach der FDP-Politik für die nächsten fünf Jahre: „Zwei Jahre, für die nächsten zwei Jahre“, sagt er.
Zwei Wahlkampffotos als Dank für Uwe Fischer (stehend): Die SPD feierte das achtbare Ergebnis und den zusätzlichen Sitz im Gemeinderat in der Gaststätte Lorenbeck. Links Altbürgermeister Karl Berning. (Fotos: Nina Sträter)
Neben der FDP hat auch die CDU Prozente abgegeben. Doch die verlorenen 6,2 Prozent scheinen fast vergessen. Als Franz Möllering den Raum betritt, brandet Applaus auf. Er freut sich über den Wahlausgang. „Ich habe Respekt vor meinem Gegenkandidaten. Dieses Ergebnis stellt eine gute Basis für die Ratsarbeit dar“, betont der frischgewählte Bürgermeister und bemüht das Bild einer großen Familie zum Vergleich. Möllering bedankt sich beim Wahlkampfteam und besonders bei Herbert Albers. Dem Vorsitzenden weicht das Lächeln an diesem Abend nicht mehr aus dem Gesicht, er ist sichtlich zufrieden. „Neuenkirchen hat eine kluge Entscheidung getroffen“, ist sich auch Landtagsabgeordnete Hannelore Brüning sicher.
Die SPD feiert ebenfalls. Zwar ist die Bürgermeisterwahl verloren, aber das Ergebnis von 31,8 Prozent für Uwe Fischer ist achtbar. Außerdem ist bei 21,4 Prozent ein Ratssitz hinzugekommen. „Die Stimmung ist super, unser Ergebnis ist fantastisch und wir haben Aufwind bekommen“, zeigt sich Uwe Fischer begeistert. „Jetzt müssen wir an der Wahlbeteiligung arbeiten“, gibt er ein neues Ziel vor. „Wenn wir die Jugend jetzt nicht ins Boot holen, fallen wir in ein tiefes Loch, schließlich sollen sie in 20 Jahren Neuenkirchen führen“, betont Fischer. „Bei der nächsten Wahl ist die CDU die absolute Mehrheit los“, zeigt sich auch Juso-Sprecher Pascal Rotthues schmunzelnd optimistisch.
Grüne Papierwindmühlen und ein Glas Bier: Auch die Grünen zeigten sich im Anschluss an die Wahl im Café Jedermann sichtlich zufrieden mit dem Ergebnis. (Fotos: Nina Sträter)
In der alten Marktschänke feiert die UWG ihr Ergebnis. „Wir sind insgesamt zufrieden, besonders da wir fast 20 Prozent mehr an Stimmen bekommen haben als beim letzten Mal“, sagt Vorsitzender Christoph Holtkamp. Sein Dank geht an die Wähler. Besonders freut sich die UWG über den Wahlbezirk 4, in dem Direktkandidat August Möllering 32,3 Prozent erreichte. „Er hat eben eine eingeschworene Fangemeinde“, schmunzeln seine Parteikollegen.
Hier werden Wunden geleckt: Im Café Jedermann zeigte Joachim Koch es mit seinen Fingern an - er plant politisch nur für zwei weitere Jahre. Was für die FDP danach kommt, steht in den Sternen. (Fotos: Nina Sträter)
Ähnlich gut geht es den Grünen. Im Café Jedermann schwenken sie Papierwindmühlen. „Die Bürger sehen, dass grüne Themen wichtig sind, wir haben uns mit unserer Politik durchgesetzt“, freut sich Ellen Pfennig. „Die Grünen haben heute das beste Ergebnis aller Wahlen in den letzten 14 Jahren erreicht und das ist super“, ist auch Stephan Deupmann zufrieden. Und Edmund Bischoff fasst den gelungenen Abend zusammen. Wie die Stimmung am Tisch ist? „Geil!“