Hausärzte verweigern die Impfung gegen „Neue Grippe“


Wer sich in Neuenkirchen und Wettringen gegen die Schweinegrippe impfen lassen will, kommt bei seinen Hausärzten nicht weiter. Er kann sich in Listen eintragen, die in allen Hausarztpraxen ausliegen. Diese Listen werden dann an das Kreisgesundheitsamt weitergegeben.
Wer sich in Neuenkirchen und Wettringen gegen die Schweinegrippe impfen lassen will, kommt bei seinen Hausärzten nicht weiter. Er kann sich in Listen eintragen, die in allen Hausarztpraxen ausliegen. Diese Listen werden dann an das Kreisgesundheitsamt weitergegeben.


Neuenkirchen. Die Hausärzte in Neuenkirchen und Wettringen werden sich in ihren Praxen nicht an der Impfaktion gegen die „Neue Grippe“, die sogenannte Schweinegrippe, beteiligen. „Wir haben überwiegend organisatorische Gründe, hegen aber auch medizinischen Bedenken“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Ausschlaggebend für ihre Entscheidung waren vorwiegend die organisatorischen Schwierigkeiten mit der Bestellung und Auslieferung des Impfstoffes sowie der Durchführung der Impfungen. Dr. Ekkehard Grützner, Hausarzt aus Wettringen und Sprecher der Ärzteschaft Neuenkirchen-Wettringen, erläutert das Verfahren: „Die Impfungen sollen jeweils in Zehnergruppen passieren, es soll möglichst innerhalb einer Stunde nach Anfertigen des Impfstoffes geschehen und es soll möglichst wenig Impfstoff verfallen.“ Diese Vorgaben des Landes seien aber in einer dezentralen Impfaktion in allen Praxen „nicht einzuhalten“, so Grützner.



Grützner
Grützner


Daneben führt aber auch die heftige Diskussion um möglichen Neben- und Schadwirkungen des vorhandenen Impfstoffes zu der zurückhaltenden Entscheidung der Hausärzte (MV berichtete).

In den Betrieben und Firmen in Neuenkirchen und Wettringen werden die Betriebsärzte mit der Impfung der Belegschaften betraut, im öffentlichen Dienst (Polizei, Feuerwehren) der öffentliche Gesundheitsdienst, teilen die Ärzte mit. „Hier werden die Impfwilligen vom jeweiligen Arbeitgeber angesprochen werden“, so Grützner.

Wer sich gegen die Neue Grippen impfen lassen will, kann sich in Listen eintragen, die in allen Hausarztpraxen ausliegen. Diese Listen werden dann an das Kreisgesundheitsamt weitergegeben. „Von dort werden die Impfwilligen telefonisch eingeladen, an einem Impftermin im Gesundheitsamt teilzunehmen“, erläutert Grützner das Verfahren. Die Führung des Kreisgesundheitsamtes wurde von dieser Entscheidung in Kenntnis gesetzt und hat das Einladungsverfahren für die Wettringer und Neunkirchener Patienten mit den Hausärzten in der geschilderten Weise abgestimmt, heißt es in der Pressemitteilung.

„Sollte eine unerwartete Flut von Erkrankungen mit der neuen Grippe eine neue Bewertung der Lage erforderlich machen, werden sich den dann herrschenden Zwängen auch die Hausärzte in Wettringen und Neuenkirchen nicht verschließen“, so Grützner. Dann werden auch die heimischen Hausärzte über eine Beteiligung an großen Impfaktionen bei den Patienten erneut nachdenken.

VON JÖRG HOMERING


22 · 10 · 09



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