Neuenkirchen. Sarah wohnt in den „Schlamms“. Das kann sich Ferdinand nun gar nicht vorstellen. Er, der Sohn reicher Eltern, der jeden Tag ein Geschenk bekommt, der alles hat - alles, außer Freunden. Und dann kommt Sarah, die auf der Müllhalde lebt. Und ausgerechnet die will ihm erklären, was Freundschaft ist?
Stück zwei des Kindertheater-Festivals am Montag. Ein alter Bekannter ist gekommen, Christoph Buchfink aus Göttingen vom „Buchfink-Theater“. Schon zwei Mal begeisterte er die Kinder mit seinen traumhaften Figurengeschichten, mit „Die keine Welt“ und „Elisa-Bib“ war er bereits beim Kindertheater-Festival zu Gast.
Und jetzt der „Ferdinand im Müll“. Keiner auf der Straße kann ihn leiden. Er ist reich und doof. Vor allem Ufo und Joey lassen ihn das spüren. Sie sind cool, haben Freunde - aber eben kein Geld. Erst als Ferdinand sie mit Spielsachen besticht, darf er mitspielen und er findet ein erstklassiges Versteck: den Mülleimer. Hier findet ihn keiner! Tatsächlich. Denn als er wieder aufwacht, liegt er auf einer Müllhalde und alles tut ihm weh. Die Müllabfuhr hat ihn auf die Deponie gekippt.
Zum Glück gibt es Kinder, die im Müll spielen und ihn retten. Sie wohnen in den „Schlamms“, einfachen Blechhütten am Rand der riesigen Deponie. Sarah bringt Ferdinand bei, wie man auf dem Müll surft, dass es in Konservendosen manchmal noch genießbare Essensreste gibt und dass es ihn ihrer „Bude“ im Müll wunderbar gemütlich ist.
In Sarah findet Ferdinand das, was es trotz reicher Eltern nicht hat: eine echte Freundin. Und erfährt, was es heißt, in Armut zu leben. So schmieden die beiden einen Plan: Sarah „findet“ Ferdinand wieder und kassiert den ausgelobten Finderlohn. Und am Ende blüht Ferdinand auf. Denn er entdeckt, was wirkliche Freundschaft ist.
Stimmungsvolle Musik, liebevolles Bühnenbild, kräftige Sprache und tolle Spielideen - so kennen die Neuenkirchener Zuschauer noch Christoph Buchfink aus seinen früheren Auftritten. Das Stück war vielleicht nicht ganz so originell wie „Elisa-Bib“, aber es hatte viel Charme, der bei den Kinder ankam.