MV-Serie: Angebote im Familienzentrum

Kompetente Hilfe aus einer Hand


Sie stellten die Arbeit der Caritas in Neuenkirchen vor (v.l.): Brigitte Reckermann, Dorothea Bayer-Kminikowski, Beate Liebing, Annette Derksen, Minh Trangh Tran (Familienzentrum), Angelika Rensinghoff, Walburga Halbrügge-Schneider und Daniela Brinker (Leiterin Familienzentrum).
Sie stellten die Arbeit der Caritas in Neuenkirchen vor (v.l.): Brigitte Reckermann, Dorothea Bayer-Kminikowski, Beate Liebing, Annette Derksen, Minh Trangh Tran (Familienzentrum), Angelika Rensinghoff, Walburga Halbrügge-Schneider und Daniela Brinker (Leiterin Familienzentrum).
(Foto: Stefan Kösters)


Neuenkirchen. „Der Caritas-Verband versteht sich als zentrale Anlaufstelle für jede Art von Familienangelegenheiten“, betont Annette Derksen, Abteilungsleiterin der psychologischen Beratungsstelle des Caritas-Verbandes Rheine, bei einem Besuch im Familienzentrum. „Wir freuen uns, mit dem Familienzentrum einen so geeigneten Ort in Neuenkirchen zu haben.“

Seit 15 Jahren ist die Caritas in Neuenkirchen „zu Hause“ - zuerst im Marienstift, das mit dem Umbau zum Kardinal-von-Galen-Haus wurde, und während der Bauzeit übergangsweise in der Villa Hecking. Seit es das Netzwerk gibt, ist sie Kooperationspartner. Sie arbeitet mit allen anderen Institutionen zusammen vermittelt bei Bedarf auch an die diese Fachleute. Das geht von Kindergarten- über Einschulungsfragen, Generationsproblemen zwischen Eltern und Kindern, Schülern und Lehrern bis hin zum Besuchsrecht von Kindern bei geschiedenen Eltern. Die Caritas bietet als einzige in Rheine und Umgebung eine anonyme offene Sprechstunde an.


Vier der Abteilungen für familiäre Beratung stellten sich im Familienzentrum im Kardinal-von-Galen-Haus vor.

Die Psychologische Beratungsstelle ist eine Einrichtung der Jugendhilfe und berät unter anderem bei Problemen in der Familie, bei vorhandenen oder vermuteten Entwicklungs-, Leistungs- und Verhaltensproblemen oder Erziehungsschwierigkeiten von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis 27 Jahren. Die Beratung umfasst Kriseninterventionen und Kurzberatungen genauso wie längerfristig angelegt kontinuierliche Gespräche. „Wir kümmern uns auch um Leistungsabfall in der Schule, psychosomatische Beschwerden, Ängste und Schuleschwänzen bis hin zu Pubertätsfragen“, betont Dorota Bayer-Kminikowski, Diplom-Psychologin und Psychotherapeutin der Caritas.

Immer mehr Eltern trennen sich heute, die minderjährigen Kinder sind die Leidtragenden. Wer bekommt das Sorgerecht? Wie sieht die Umgangsregelung aus? Das Wohl dieser Kinder steht im Mittelpunkt der Trennungs- und Scheidungsberatung, die sich als Vertreter der Partner, mehr noch der Kinder sieht. In Kooperation mit den Amtsgerichten arbeiteten die Mitarbeiter die bestmögliche einvernehmliche Lösung für die Kinder aus. Die Trennungs- und Scheidungsberatung hilft Müttern, Vätern, Kindern und Jugendlichen in einer aktuellen Krise, aber auch schon im Vorfeld der Trennung und betreut sie auch in der Zeit danach.

Besondere Belastungen und schwierige Situationen bedingen häufig Überlastung und Überforderung der Erziehenden. Hier hilft die Sozialpädagogische Familienhilfe durch intensive Betreuung, Beratung, Anleitung und Begleitung. Die Hilfe wird über das Jugendamt beantragt. „Viele denken, wenn ich Probleme mit meinen Kindern zugebe, nimmt sie mir das Jugendamt gleich weg“, sagt Familien-Pädagogin Beate Liebing. „Das stimmt nicht“. Das Jugendamt trenne Kinder nur von der Familie, wenn nichts mehr geht. Die Caritas ist der erste Ansprechpartner, die neutrale Instanz. Sie will Hilfestellung geben, Lösungswege finden.

Die Frühförderung steht allen Kindern zur Verfügung, die zwischen der Geburt und der Schule in ihrer motorischen, sprachlichen, seelischen und geistigen Entwicklung auffällig werden. Dabei ist es eher selten, dass mit der Geburt eine Behinderung bereits festgestellt wird. Meist ist es so, dass sich in den ersten Lebensjahren Entwicklungsprobleme ergeben, die zu einer Behinderung führen können, aber noch keine Behinderung sind. Für die Eltern ist diese Zeit ganz ungewiss und belastend. Der genaue Entwicklungsstand des Kindes kann untersucht werden. Nicht immer sind Fördermaßnahmen notwendig. Eine Beratung der Eltern und des Umfeldes kann ausreichend sein. Im Haus der Frühförderung arbeiten ganzheitlich Heilpädagogik, Physiotherapie, Logopädie und Ergotherapie zusammen. „Ziel ist es, eine drohende Behinderung abzuwenden und eine altersgerechte Entwicklung zu ermöglichen“, sagt Walburga Halbrügge-Schneider vom Haus der Frühförderung im Heilpädagogischen Zentrum.

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VON STEFAN KÖSTERS


24 · 04 · 10



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