Ein Haus für das Feuer


Acht Kinder und Großvater Heinz Kofoet (hinten l.) lernten von Klaus-Dieter Klein (3. v. r.) und Bernd Schroth (r.) die Geheimnisse des Lehmofens.
Acht Kinder und Großvater Heinz Kofoet (hinten l.) lernten von Klaus-Dieter Klein (3. v. r.) und Bernd Schroth (r.) die Geheimnisse des Lehmofens.
(Fotos: Kösters)


  -kös- Neuenkirchen. Es riecht nach Buchenholz, gebratenen Würstchen und frisch gebackenen Brötchen. Es ist geschafft: Der Lehmofen vor der Ökonomie des ehemaligen Missionshauses hat am Mittwochnachmittag über 250 Grad Celsius, die Brötchen sind knusprig und lecker. Die Kinder greifen kräftig zu.

Doch vor den Erfolg hat der liebe Gott den Schweiß gesetzt. Schon am Vormittag haben acht Kinder, sie sind zwischen acht und zwölf Jahren alt, eifrig begonnen, Lehm mit Stroh zu kneten, zu formen und damit einen Vulkan-Ofen zu bauen. „Das ist echt schwierig, dafür zu sorgen, dass das Feuer nicht ausgeht“, sagt Florian Gausmann (10). Er nimmt es sehr ernst und auch schon einmal eine Brandblase in kauf - er ist heute für das Feuer in dem neu geformten Ofen verantwortlich.



Bernd Schroth mit den ersten Brötchen aus dem Lehmofen.
Bernd Schroth mit den ersten Brötchen aus dem Lehmofen.
(Fotos: Kösters)


„Ein Haus für das Feuer“ hieß der Kurs der Familienbildungsstätte (FBS) Rheine, der von den „Freunde der Geologie u. Archäologie Neuenkirchen“ durchgeführt wurde. „Wir wollen den Kindern zeigen, welche Kraft Feuer hat“, sagt Klaus-Dieter Klein, zweiter Vorsitzender des Vereins. „Zerstörerische wie jetzt in Russland, aber auch nützliche, wenn der Mensch es bändigen kann“. Drei Dinge lernten die Kinder: Wie man die Materialien bearbeitet, um einen Lehmofen zu bauen; zweitens, wie man ihn so aufheizt, dass er für Brot, Kuchen und Fleisch die richtige Temperatur hat. Und letztlich auch, wie man Feuer einsetzt, um ohne Ofen kochen zu können. „Mit einem Erdfeuer haben wir Steine so stark erhitzt, dass man Wasser mit Pilzen und Kräutern in einem Topf zu einer heißen Suppe verwandeln kann“, zeigte Klaus-Dieter Klein eindrucksvoll.


Egal, ob süß oder mit Bratwurst: Die Brötchen aus dem Lehmofen sind einfach super.
Egal, ob süß oder mit Bratwurst: Die Brötchen aus dem Lehmofen sind einfach super.
(Fotos: Kösters)


Ganz nebenbei ging Bernd Schroth, wie Klaus-Dieter Klein Mit-Initiator des Geologie-Vereins und des Lehmofens, mit den Kindern rund um die Ökonomie zum Kräutersammeln: Minze, Zitronenmelisse Salbei und vieles andere findet man allerorten. Dass Spitzwegerich gegen Insektenstiche hilft, wussten die Kinder bereits.


Die selbst gebratene Wurst schmeckt immer am besten.
Die selbst gebratene Wurst schmeckt immer am besten.
(Fotos: Kösters)


Die Kinder durften den Vulkanofen gestalten, wie sie wollten. Er bekam ein Gesicht wie ein Schneemann und auch die Handabdrücke der Erbauer. Schmutzige Hände gehören beim Ofen-Bauen immer dazu. Aber als die Kinder beim Geruch von Buchenholz die gebratenen Würstchen und frisch gebackenen Brötchen mit Nutella und Honig genießen konnten, waren alle Mühen vergessen.

www.geoverein.de/

www.fbs-rheine.de/



27 · 08 · 10





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