Der Geo-Verein löst sich auf


Vor allem Exkursion wie hier zum Steinbruch am Waldhügel gehörten zu den publikumswirksamen Veranstaltungen der Geo-Freunde. Norman hat in einer Knolle einen Ammoniten gefunden, Paula hat gleich zwei Muscheln in einem Stein entdeckt.
Vor allem Exkursion wie hier zum Steinbruch am Waldhügel gehörten zu den publikumswirksamen Veranstaltungen der Geo-Freunde. Norman hat in einer Knolle einen Ammoniten gefunden, Paula hat gleich zwei Muscheln in einem Stein entdeckt.
(Foto: Homering)


Neuenkirchen. Die „Freunde der Geologie und Archäologie Neuenkirchen“ gibt es bald nicht mehr. Die Jahreshauptversammlung beschloss am Freitag, den Verein wegen mangelnder Beteiligung und fehlender Räume zum 30. April nach acht Jahren aufzulösen.

Initiator der Vereinsgründung im Jahre 2003 war der Heimatforscher Heinrich Koops, der sich Jahrzehnte zuvor bereits sowohl mit der Geologie als auch der Archäologie im Umfeld Neuenkirchens und Salzbergens befasste. Seine Entdeckung einer - zwischenzeitlich wissenschaftlich nachgewiesenen - 1000-jährigen Hofwüstung in Offlum und die Aussicht auf aktive Mitarbeit bei den Ausgrabungen im Rahmen der Regionale 2004 gaben letztlich den Ausschlag, die Aktivitäten des Freundeskreises um Heinrich Koops in einen eingetragen Verein zu lenken, heißt es in einer Pressemitteilung.



Budde
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(Foto: Homering)


Der Verein hatte es sich zur Aufgabe gemacht, sich sowohl mit der Geologie des heimatlichen Umfeldes als auch archäologischen Themen auseinanderzusetzen und diese Kenntnisse zu vermitteln. Ammoniten, Seeigel und das „Katzengold“ brachten die Augen hunderter interessierter Exkursionsteilnehmer in den Kalksteinbrüchen am Waldhügel und am Thieberg sowie in Wettringen zum Leuchten. Dabei kamen die Exkursionsteilnehmer nicht nur aus der näheren Umgebung, sondern auch aus Süddeutschland und den Niederlanden. Schulklassen nutzten die Angebote, die erdgeschichtliche Entwicklung ihres Wohn-/Schulortes an diesen außerschulischen Lernorten im wahrsten Sinne des Wortes zu „begreifen“.

Im Rahmen der Exkursionen aufgesuchte Funde wurden in themenbezogenen Ausstellungen zur geschichtlichen Entwicklung Neuenkirchens präsentiert. In besonderer Erinnerung sind zudem die Ausstellungen „Faszination Bernstein - Tränen der Götter“ (2004) im Heimathaus sowie über die Bronzezeit in Neuenkirchen (2005) in der Villa Hecking. Die aufwändig gestaltete Ausstellung im Rahmen der Kulturschmiede 2009 wurde aber nur von einem einzigen Besucher aufgesucht. Die jährliche Beteiligung an der gemeindlichen Sommerferienaktion war besonders dann schnell ausgebucht, wenn mittelalterliche Themen (Heerlager; Leben im Mittelalter) angeboten wurden.

Die nun beschlossene Auflösung des Vereins zeichnete sich bereits im vergangenen Jahr ab. Die nur wenigen aktiven Vereinsmitglieder mussten aufgrund beruflicher oder privater Verpflichtungen ihr Engagement einschränken, heißt es in der Pressemitteilung. Ein an die Vorjahre heranreichendes umfangreiches Jahresprogramm konnte somit für 2010 nicht mehr aufgestellt werden. Die Gewinnung weiterer interessierter Mitstreiter gestaltete sich äußerst schwierig. Hinzu kam der Umstand, dass dem Verein für seine Projekte geeignete finanzierbare Räumlichkeiten, etwa zur Bearbeitung und Präparation von Fossilien, fehlten. So beschränkten sich Experimente im Bereich der Archäologie auf den Lehmbackofen, der seit 2007 an der Ökonomie St. Arnold betrieben wird.

Zwei Dauerausstellungen informieren weiterhin über geologische und archäologische Entwicklungen im Umfeld Neuenkirchens. Im Heimathaus am Mühlendamm stellt Frank Hesping seine aus den Kalksteinbrüchen stammenden Exponate aus. Im Foyer des Rathauses sind Exponate der umfangreichen Sammlung von Heinrich Koops zu sehen. Sie können jeweils während der Öffnungszeiten besichtigt werden.

Vorsitzender Thomas Budde bedankte sich im Namen des Vorstandes bei den Mitgliedern und Förderern für die geleistete Arbeit und Unterstützung. Die aktiven Mitglieder werden ihrem Hobby weiter nachgehen - nun aber ohne die Verpflichtung, ein Jahresprogramm aufstellen und durchführen zu müssen. www.geoverein.de

VON JÖRG HOMERING


26 · 01 · 11





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