Neuenkirchen. „Ich bin der Wind, der zart nach Deinem Haar greift. Der zärtlich Dein Gesicht streift“. Wie jedes Konzert beginnen der Neuenkirchener Musiker Stephan Sundrup und seine Musiker ihr Konzert. Wie am Samstagabend im Seecafé am Offlumer See. Ein sehr persönliches Konzert.
Stephan Sundrup? Wer ist das? Er kommt gebürtig aus der Helle. Er feiert Erfolge in Münster, Osnabrück, Dülmen, Lingen, Gronau, Unna, Kassel, Paderborn. Der Prophet im eigenen Land - zu Hause kaum bekannt. Sein Konzert am Samstag war erst das zweite in Neuenkirchen. Er textet, komponiert und arrangiert alle Lieder selber. Deutsche Texte. Ein Liedermacher? Vielleicht. Seine Texte sind emotional, romantisch, mal witzig, dann wieder tiefsinnig und philosophisch. Die Musik ist elektrische Rockmusik, aber mit ganz vielen Einflüssen, von Polka bis Vogelgesang, sachte mit harmonischen Akkorden. Er singt vom Träumen, ist mal „in alles verliebt“, mal „richtig glücklich“ und doch verletzlich: „Der Hass ist ein Container, aus dem alle naschen. Viele Augen sagen: hier wird jeder satt“.
Mit 13 Jahren findet Stephan Sundrup seine erste Gitarre auf dem Sperrmüll, heißt es. Das war´s dann: Die Gitarre ist seitdem sein ständiger Begleiter. Er schlägt sich als Straßenmusikant von Amsterdam bis Münster durch. Seit 2007 hat er seine eigene Band: Kalle Dierkers am Bass, Bernd Gaußelmann am Schlagzeug, Leo Stöver and der Gitarre, Christopher Barth an Keyboard und Akkordeon.
Schade, dass es gleichzeitig zum Kirmesauftakt stattfand, denn es war ein schönes Konzert. Und voller Überraschungen. Da setzt plötzlich Christopher Barth zum sehr kritischen „Beischlaf“ seine Sado-Maso-Maske auf. Und zu „Mohnkuchen“, in dem sich Sundrup nach einer verlassenen Liebe hinwegtröstet, geht ein Blech mit Mohnkuchen durch die Zuhörer: den hatte seine Schwester Jutta aus Bochum selber gebacken. „ ein bisschen vermissen“ betitelt er das Konzert am Offlumer See. Nomen est Omen. Man wird ganz bestimmt noch mehr von ihm hören.