Neuenkirchen. Eine einfache Ergänzungsvorlage überraschte selbst kühne Optimisten: Der Haushalt 2012 der Gemeinde kam am Montag sogar mit einem erwarteten Plus von 45000 Euro daher. Keine Rede war da mehr vom Griff ins Sparschwein namens Ausgleichsrücklage, den Bürgermeister Franz Möllering noch im November bei der Einbringung angekündigt hatte. Logisch, dass das aktuelle Zahlenwerk aus der Kämmerei einstimmig verabschiedet wurde.
Vor allem die Gewerbesteuer und die „Abmilderungshilfe“ vom Land bringen die Gemeindekasse in diesem Jahr ins Plus. Weil sich die Erträge aus der Gewerbesteuer so gut entwickelt haben, wurde das erwartete Ergebnis nochmals um 400000 Euro auf insgesamt 4,7 Millionen Euro angehoben. Außerdem wird die Verschuldung weiter gesenkt: Ende 2011 lag sie bei etwa 1,7 Millionen Euro - also nur noch 126 Euro pro Einwohner. „Selbst Wettringen haben wir damit unterboten“, merkte Ellen Pfennig (Grüne) in ihrer Haushaltsrede überrascht an.
Zwar fließen weniger Schlüsselzuweisungen vom Land nach Neuenkirchen, doch die einmalige Finanzspritze von 438000 Euro mildert das ab. Weitere Stellschrauben wie Zinsaufwendungen für Investitionskredite, Deckelung der Personalausgaben und die Nutzung von interkommunaler Zusammenarbeit auf verschiedenen Ebenen (Zahlungsabwicklung mit Horstmar, Klärwerk und bald auch Schule mit Wettringen) hat die Verwaltung justiert. „Nur acht Kommunen in NRW“, verriet Kämmerer Norbert Wehning nicht ohne Stolz, „schaffen den echten Haushaltsausgleich, 245 nicht.“
Insgesamt hat der Haushalt 2012 ein Volumen von etwa 20 Millionen Euro. In dieser Größenordnung wird er sich voraussichtlich auch in den nächsten Jahren bewegen. „Die Verabschiedung des Haushalts ist eine der wichtigsten Aufgaben“, sagte Bürgermeister Möllering. Am öffentlichen Interesse ließ sich das allerdings kaum festmachen. Die Zuhörerstühle im Sitzungssaal des Rathauses blieben am Montag allesamt frei.