Neuenkirchen. Während der SuS in diesem Jahr seinen 100-jährigen Geburtstag feiert, begeht die kleinste Abteilung des Vereins ein ganz eigenes Jubiläum. Die Volkstanzgruppe des SuS wurde nämlich vor 30 Jahren gegründet.
„Anlass war der damalige 70. Geburtstag des Vereins“, erzählt Abteilungsleiterin Elisabeth Wessler aus den Anfängen der Volkstanzgruppe. Bis heute haben sich die Tänzer stetig weiterentwickelt und sind von sechs Starterpärchen auf mittlerweile elf Paare angewachsen.
„Unsere Gruppe ist größtenteils aus der Turnabteilung hervorgegangen. Der damalige Vorsitzende hat uns gefragt, ob wir zum Jubiläum nicht etwas in Richtung Tanz machen wollen“, so Wessler. Mit der Zeit hatte sich so die Volkstanzgruppe entwickelt, die besonders durch ihre eigenen Trachten auffällt. „Wir haben sie selbst genäht und viel davon profitiert, dass wir einige Leute kannten, die in der Heimatpflege tätig waren und sich somit ein wenig mit der Tradition des Volkstanzes auskannten.“
Auch beim Einstudieren der Tänze bekamen die noch unerfahrenen Neuenkirchener Unterstützung von einer Lehrerin. „Ganz zu Beginn haben wir auch noch Musik von Kassetten abgespielt und danach getanzt. Doch mittlerweile werden wir meistens von einer eigenen Live-Band unterstützt.“ Ob Geige, Flöte oder Akkordeon - es gibt fast nichts, was es bei den Volkstänzern nicht gibt.
Doch in den letzten Jahren ist es deutlich schwieriger geworden, eine Live-Band auf die Beine zu stellen: „Einige mussten aufgrund der beruflichen Belastung kürzertreten“, stellt Wessler die Probleme der Abteilung heraus.
Doch das wohl größte Manko der Volkstänzer liegt beim Nachwuchs. Der Volkstanz ist eine traditionelle Sportart, die zwar „geistig und körperlich fit hält“, aber es scheint in der Natur der Sache zu liegen, dass junge Paare nur schwer zu finden sind und ehr zu anderen Sportarten tendieren. „In vielen Orten wie Rheine, Wettringen oder Burgsteinfurt mussten die Gruppen bereits aufgelöst werden“, hofft Wessler nicht auf eine derartige Entwicklung in Neuenkirchen. „Es wäre fürchterlich, wenn sich die Gruppe auflösen müsste, denn es macht ungemein viel Spaß zu tanzen und man lernt viele nette Leute kennen“, so Wessler.
In den Jahren hat sich eine lange Tradition für die Neuenkirchener entwickelt, die nicht nur im Inland, sondern oftmals auch im Ausland auftreten. Von Belgien über die Niederlande bis in die Schweiz hat es die SuSler schon getrieben. Dabei konnte Wessler vielerorts feststellen, dass das Interesse in anderen Ländern am Volkstanz deutlich größer zu sein scheint: „In der Schweiz machen beispielsweise alle Zuschauern oft mit und werfen ihre Taschen in die Ecken.“
Dieses Interesse vermisst die Abteilungsleiterin im eigenen Ort. „Interessierte sollen einfach mal zu unserem Training kommen und sich selbst ein Bild machen“, würde sich Wessler über Neulinge freuen. Und langweilig wird es bei den Volkstänzern wohl nie - immerhin gibt es über 2000 Tänze. Zum Thema