Mit Feuchttüchern zum Erfolg


Feuchttücher über Feuchttüchter: Geschäftsführer Wolfgang Tenbusch (r.) führte Bürgermeister Kai Hutzenlaub (l.) und Wirtschaftsförderer Robert Tausewald durch die Produktion. Seit Anfang des Jahres firmiert das Unternehmen im Gewerbegebiet Am Langenhorster Bahnhof unter dem Namen Albaad Deutschland GmbH (kleines Bild). Fotos:
Feuchttücher über Feuchttüchter: Geschäftsführer Wolfgang Tenbusch (r.) führte Bürgermeister Kai Hutzenlaub (l.) und Wirtschaftsförderer Robert Tausewald durch die Produktion. Seit Anfang des Jahres firmiert das Unternehmen im Gewerbegebiet Am Langenhorster Bahnhof unter dem Namen Albaad Deutschland GmbH (kleines Bild). Fotos:
(Anne Eckrodt)


Ochtrup - Wolfgang Tenbusch formuliert es so: „85 Prozent der Menschen, die feuchtes Toilettenpapier benutzen, hatten es schon mal mit mir zu tun.“ Hinter dem, was der Geschäftsführer der Albaad Deutschland GmbH humorvoll rüber bringt, steckt eine Menge Arbeit - und ein Erfolgskonzept made in Och-trup.

Am Donnerstag machten Bürgermeister Kai Hutzenlaub und Wirtschaftsförderer Robert Tausewald im Rahmen ihrer Sommertour Station in dem Unternehmen, das bis zum Jahreswechsel unter dem Namen Feuchthygienewerk am Markt agierte. Zum 1. Januar hat die Albaad-Gruppe ihre drei Produktionsstätten - neben der in Deutschland gibt es noch jeweils eine in Israel und in den USA - unter dem einheitlichen Konzernnahmen zusammengefasst. Die in Ochtrup produzierten Feuchttücher werden in ganz Europa vertrieben. „Wir sind Marktführer im Bereich der Handelsmarken, der sogenannten private labels“, erklärt Tenbusch nicht ohne Stolz. Die von ihm geleitete Niederlassung hat in den vergangenen sechs Jahren als einzige kontinuierliche Steigerungsraten im zweistelligen Bereich erzielt. 2009 lag der Gesamtumsatz des Unternehmens bei 198 Millionen US-Dollar. In diesem Jahren werden es fast 300 Millionen sein. „Hauptumsatzbringer ist diese Niederlassung mit rund 120 Millionen Euro“, betont Tenbusch. Die Gründe dafür hat er sofort parat: „Wir machen alles selbst, angefangen von der Lotion für die Feuchttücher bis hin zur Produktionstechnik. Know-how-Transfer nach außen gibt es nicht. Zudem haben wir äußerst flexible Maschinen und können so sehr schnell auf die Erfordernisse des Marktes und die Bedürfnisse der Kunden reagieren. Und nicht zuletzt herrscht unter unseren 350 Mitarbeitern ein sehr gutes Betriebsklima.“


Da verwundert es nicht, dass der Konzern die größte Investition seiner Geschichte in Ochtrup tätigt. 20 bis 30 Millionen steckt Albaad hier in den nächsten zwei Jahren in die Logistik und Produktionserweiterung. Danach soll die Zahl der Mitarbeiter bei 500 liegen. „Da lohnt sich schon die Einrichtung eines Betriebskindergartens. Das prüfen wir zurzeit“, erzählt Tenbusch. Den Vertrag für eine Stiftungsprofessur an der Universität Krefeld hat er gerade unterzeichnet. „Ein Professor der Uni arbeitet nun für uns an der Entwicklung mit.“

Apropos Arbeit: Die Frage nach Problemen bei der Aquirierung qualifizierter Mitarbeiter beantwortet der Diplom-Ingenieur mit einem klaren „Ja“. Und er fügt hinzu: „Gerade im mittleren Management ist es extrem schwierig.“ Häufigstes Manko seien unzureichende Englischkenntnisse. „Die sind bei einem internationalen Konzern zwingend erforderlich“, so Tenbusch.

Hutzenlaub sieht seinen Eindruck, den er während der Sommertour gewonnen hat, auch bei Albaad bestätigt: „Wir entdecken in den Betrieben immer wieder enormes Know-how und Spitzenleistungen, die vielen Ochtrupern nicht bewusst sind. Das zeigt, welch ein enormes Potenzial in den hiesigen Firmen steckt.“

VON ANNE ECKRODT, OCHTRUP


02 · 09 · 10





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