Kölner Kammerphilharmonie in Ochtrup

Mit Gefühl und Ausdrucksstärke


Wenn das keine Aufforderung zum Wiederkommen war: Nach dem Konzert gab es für die Akteure der Kölner Kammerphilharmonie minutenlang stehende Ovationen.Fotos:
Wenn das keine Aufforderung zum Wiederkommen war: Nach dem Konzert gab es für die Akteure der Kölner Kammerphilharmonie minutenlang stehende Ovationen.Fotos:
(hesw)


Ochtrup - Anlässlich der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen wartete am Sonntag ein besonderer Leckerbissen auf die Musikliebhaber in der Evangelischen Kirche. Die Kölner Kammerphilharmonie gastierte. Sie tritt mit ihren Konzerten nicht ausschließlich in den großen Häusern der Welt auf - sie ist auch immer wieder in „kleineren Räumlichkeiten“ zu Gast. So konnten am Sonntag die Zuhörer in der voll besetzten Kirche dieses besondere Ensemble hautnah erleben.

Schon das erste Stück war gut ausgewählt. Was wäre an diesem schönen, aber eiskalten Wintertag passender gewesen als „Der Winter“ aus Vivaldis „Vier Jahreszeiten“. Das Concerto f-moll daraus mit dem Solisten Georg Gölle an der Violine charakterisierte wunderbar musikalisch die kalte Jahreszeit. Mal kältestarrende, zitternde Atmosphäre, dann zogen Schlittschuhläufer musikalisch elegant ihre Bahnen, bevor der erbarmungslose Wind wieder losbrach und die bittere Seite des Winters zeigte. Zusammen mit dem Orchester zeigte der Geigenvirtuose bei seinem Vortrag sein Ausnahmekönnen und der Applaus in der voll besetzen Kirche ließ nicht lange auf sich warten.


Das Konzert in C-Dur für Oboe, ebenfalls aus der Feder von Antonio Vivaldi, folgte und Tome Atanasov zeigte, dass er zu Recht als der beste Oboist Mazedoniens gilt. Ausdrucksstark und spielerisch perfekt spielte er auf. Das Orchester im Hintergrund unterstützte ihn dabei hervorragend. So sorgte das Ensemble für einen weiteren Höhepunkt an diesem Abend.

Die Salzburger Sinfonie von Wolfgang Amadeus Mozart begeisterte die Zuhörer ebenfalls. Das Largo, geschrieben von Georg Friedrich Händel als Hommage an einen Baum, war ein erster stimmlicher Glanzpunkt des Abends. Sabine Könners Sopranstimme, die aus dem Nichts sofort präsent war, ließ die Zuhörer im Saal aufhorchen.

Nach der Pause begannen die Musiker den zweiten Teil des Konzertes mit dem wohl bekanntesten Stück von Johann Pachelbel, dem Kanon. Kurz vor Peter Tschaikowskys „Elegie“ zeigten die Akteure ihre ganze Souveränität. Ein Handy stimmte mit ein in das Konzert und sorgt für einige Aufreger im Publikum. Die Musiker auf der Bühne reagierten dagegen gelassen und spielten amüsiert weiter. Die Streicherserenade der „Elegie“ erklang. Nach einer langsamen Einleitung nahm das Stück deutlich Fahrt auf und die Akteure überzeugten die Zuhörer erneut von der Qualität ihrer Kunst.

Ein weiteres Stück von Mozart sorgte für den nächsten Höhepunkt des Konzertes. Das Ave verum corpus für Sopran und Orchester erklang und wiederum verzauberte Sabine Könner das Publikum mit ihrer glasklaren und weichen Stimme.

Den Schlusspunkt setzte das Konzert in d-moll für Violine, Oboe, Streicher und basso continuo von Johann Sebastian Bach. Auch hier stellten Anton Georg Gölle und Tome Atanasov ihr Ausnahmekönnen unter Beweis. Das ganz und gar nicht einfach umzusetzende Werk setzte mit einem perfekten Auftritt des Ensembles den Schlusspunkt unter dieses beeindruckende Konzert.

Den Zuhörern dürfte es an diesem Abend warm ums Herz geworden sein. Sie bedankten sich mit stehenden Ovationen für den Auftritt und quittierten die Dankesworte von Sabine Könner für die freundliche Aufnahme in Ochtrup mit Applaus - sozusagen eine Aufforderung zum Wiederkommen.



06 · 02 · 12





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