Unter 1000 den einen finden


In der Schonung von Richard Bücker gibt es besonders viele Nordmanntannen. Der Baum hat weiche Nadeln, die nicht so doll pieksen. Vielleicht ist er deshalb inzwischen so beliebt bei den Kunden.
In der Schonung von Richard Bücker gibt es besonders viele Nordmanntannen. Der Baum hat weiche Nadeln, die nicht so doll pieksen. Vielleicht ist er deshalb inzwischen so beliebt bei den Kunden.
(Fotos: Heinrich Weßling)


Von Heinrich Weßling

RECKE. In der Tannenschonung von Richard Bücker herrscht dieser Tage Hochsaison. Schließlich will an Weihnachten kaum jemand ohne Tannenbaum dastehen. Die Nordmanntanne ist auch 2011 die beliebteste unter den Nadelbäumen, wenn es um die Rolle als Weihnachtsbaum geht. „Die Kunden wollen in erster Linie eine Nordmanntanne mit weichen Nadeln haben“, sagt auch Richard Bücker. „Da spielt der Preis keine Rolle. Die Nordmanntanne ist die anspruchsvollere und auch teuerste Tanne, die wir anbieten. Für 20 bis 30 Euro erhält man schon einen guten Baum. Etwas billiger sind die Blau- und die Rotfichte.

Der Weihnachtsbaum ist gerade bei jungen Familien mit Kindern über Weihnachten der Mittelpunkt der Familie. Viele kommen schon im Spätsommer und suchen nach dem passenden Baum. Mitunter sind dann ganze Familien in der Tannenschonung unterwegs, auch die Kinder reden bei der Entscheidung mit. Ein Zettel markiert und reserviert den gewünschten Baum bis kurz vor dem Fest.

Erst dann wird die Motor- oder die Handsäge aus dem Kofferraum geholt und es geht frisch ans Werk. Damit er abgeschnitten werden kann, muss der Baum erst einmal freigelegt werden. Schließlich wird er schonend abtransportiert und eingenetzt. „Wenn so ein Baum den Hof verlässt, kommt er auch nicht wieder“, weiß Richard Bücker aus Erfahrung. Diese Familien haben sich schon wochenlang mit dem Baum beschäftigt. „Es gibt aber auch Männer, die mal kurz auf dem Nachhauseweg nach der Arbeit den Baum ihres Vertrauens mitgenommen haben und einen Tag später wieder umgetauscht haben“. Dann passte der Nadelbaum doch nicht ins Wohnzimmer, war zu groß oder zu klein. „Damit die Leute stressfrei Weihnachten feiern können, wird der Baum hier umgetauscht“, sagt Richard Bücker.

Um das Aussuchen eines Weihnachtsbaumes gibt es viele Geschichten. Die sind so verschieden wie die Menschen und die Bäume. Richard Bücker kennt viele von ihnen. Es gebe auch Leute, die vier bis fünf Stunden durch die Schonung laufen und noch nicht den passenden Baum gefunden haben. „Meistens nehmen sie dann den Baum mit, den sie schon gleich zu Beginn ihrer Suche gesehen hatten. Oder sie kommen am nächsten Tag wieder.“ Schließlich ist nichts schwieriger, als aus 1000 Bäumen den einen, den richtigen herauszufinden.

„Ältere Menschen sind oft bei der Wahl des Weihnachtsbaumes entscheidungsfreudiger“, weiß Bücker. Da werde nicht so lange gesucht. Irgendwann setzt sich offenbar die Einsicht durch, dass es den einen, maßgeschneiderten Baum womöglich gar nicht gibt. Und dass auch ein etwas krummer oder ein etwas zu kleiner, hübsch herausgeputzt, auch eine gute Figur macht. Auch da sind die Bäume den Menschen ganz ähnlich. „Dann ist jeder Baum der schönste“, sagt Bücker.

Die Hochsaison für das Aufstellen und Abholen der Tannen beginnt meist 14 Tage vor Weihnachten. „Kurz vorher werden bei uns die Bäume gefällt. Auf Wunsch kann man natürlich auch seinen Baum selbst fällen.“



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