Verbarrikadiert: Gekündigter besetzt in Rheine einen Getränkemarkt


Marion Feld, Thorsten Wehmeier und Niklas Averwald (v.l.) harrten vor dem Getränkemarkt aus, in dem sich der frühere Marktleiter verbarrikadiert hatte.
Marion Feld, Thorsten Wehmeier und Niklas Averwald (v.l.) harrten vor dem Getränkemarkt aus, in dem sich der frühere Marktleiter verbarrikadiert hatte.
(Foto: Kampferbeck)


Rheine. Es ist kurz nach 7 Uhr, als Marion Feld am Montagmorgen den Getränkemarkt an der Bonifatiusstraße aufschließen will. Doch der Schlüssel passt nicht, die Marktleiterin kommt nicht herein. Ihr Vorgänger hat sich in dem Markt verbarrikadiert, ist offenbar in einer Nacht- und Nebelaktion eingedrungen, hat die Schlösser ausgetauscht.

Den ganzen Tag über harrt sie mit zwei Angestellten in sengender Sonne vor dem Gebäude aus. Derweil ist ihr Chef, Eigentümer Thorsten Achterkamp, zum Landgericht unterwegs und will den früheren Marktleiter gerichtlich des Gebäudes verweisen lassen. Per einstweiliger Verfügung will er Zugang zu seinen Räumen erwirken. Zuvor war bereits die Polizei vor Ort, konnte wegen der für sie unklaren Rechtslage aber nichts ausrichten.


Die Geschichte beginnt vor zwei Wochen. Damals, so sagt Achterkamp, habe er den Mann, der als Handelsagentur den Getränkemarkt für ihn leitete, fristlos gekündigt. Grund seien Unregelmäßigkeiten in der Kasse gewesen. Achterkamp ließ die Schlösser auswechseln, stellte ein neues Team ein.

Und genau dieses Team rund um Marion Feld stand Montagmorgen vor verschlossener Tür - weil sich der frühere Marktleiter mit zwei ehemaligen Angestellten im Getränkemarkt verbarrikadiert hatte. Offenbar war die Aktion von langer Hand vorbereitet. Denn im Schaufenster war von innen Schilder mit dem Hinweis, der Markt sei wegen Umbauarbeiten geschlossen, angebracht.

Achterkamp selber konnte am Montag in Münster nichts erreichen. „Ich kann ihn ja nicht mit Gewalt rausholen“, sagte er im Gespräch mit der MV. Und so werde er mit Familienangehörigen die Nacht über das Geschäft bewachen - aus Angst, Ware könnte verschwinden.

Rund 80000 Euro, so schätzt Achterkamp, sind die Getränke wert, die im Markt lagern. Einiges haben die drei Hausbesetzer offenbar bereits selber „vernichtet“. „Die sitzen da drin und trinken mein Bier“, ärgerte sich Achterkamp.

VON JENS KAMPFERBECK


27 · 07 · 09



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