Rheine. Der geplante Edeka-Markt an der Osnabrücker Straße sollte in dieser Form nicht gebaut werden - das meint zumindest das Gutachterbüro Junker&Kruse. Im Auftrag der Stadt hatte das Dortmunder Büro geprüft, ob der 1800 Quadratmeter große Supermarkt mit dem Einzelhandelsgutachten kompatibel ist. Das Ergebnis stellte Stefan Kruse am Mittwochabend in einer gut besuchten Bürgerversammlung im Pfarrzentrum St. Marien vor.
„Wir haben eine gute Versorgungsstruktur im Rheiner Osten“, sagte Kruse. Ein neuer Supermarkt mit 1800 Quadratmetern Verkaufsfläche aber gefährde dies. Einige der bestehenden Versorgungszentren - vor allem das Nahversorgungszentrum Eschendorf und das Grundversorgungszentrum an der Basilika - würden durch einen neuen Supermarkt stark in Mitleidenschaft gezogen. „Es geht hier nicht um den Schutz bestimmter Supermarktketten, sondern bestehender Strukturen“, sagte Kruse. Der Umsatz werde sich verlagern - mit möglicherweise fatalen Folgen für die bestehenden Märlte. Sollte diese Umsatzverlagerung einen bestimmten Wert überschreiten, sei die Ansiedlung eines neuen Supermarktes ohnehin per Gesetz verboten, sagte Beigeordneter Jan Kuhlmann, der das Einzelhandelsgutachten verteidigte. „Wir müssen eine wohnortnahe Versorgung erhalten und daher die bestehenden Strukturen schützen. Das hat nichts mit Planwirtschaft zu tun“, sagte Kuhlmann.