Rheine. Mit seinem roten Stirnband sieht der Mann aus wie ein Samurai im Trainingsanzug: Doch Christian Bischoff ist kein Meister der japanischen Kampfkunst, sondern ein Meister der Motivation. „Es kommt nicht darauf an, ob ihr schön seid oder unheimlich talentiert. Die Basis des Erfolges ist Selbstdisziplin“, hämmerte er am Montag rund 800 Dio-Schülern ein. Abends vertiefte er das Thema mit den Eltern der Schüler.
Christian Bischoffs persönliche Erfolgsgeschichte begann schon früh mit dem Eintritt in den Basketball-Profisport. Bereits mit 16 Jahren ging er in der Basketball-Bundesliga auf Korbjagd und war damit der jüngste Spieler seiner Zeit. Sein Talent und Ausnahmekönnen führten ihn schnell in den Kreis der deutschen Junioren-Nationalmannschaft.
Eine Verletzung zwang ihn jedoch zur Aufgabe seiner sportlichen Karriere. Als Basketball-, Lebens- und Motivationstrainer fand Bischoff eine neue Lebensaufgabe.
Faszinierend, mitreißend, emotional, überzeugend, authentisch - das war Christian Bischoff auch am Montag am Dio. „Stärkt eure Stärken und geht mit euren Schwächen so um, dass sie euch nicht behindern“, rief er den rund 400 Oberstufenschülern in der Petri-Kirche zu.
Bischoffs Botschaft war klar und unmissverständlich. „Der Schlüssel zum Erfolg ist Selbstdisziplin“, formuliert er kategorisch. Und Selbstdisziplin definiert er so: „Das zu tun, was du tun musst, in dem Moment, in dem du es tun musst.“ Mit anderen Worten: Wenn das Zwischenzeugnis miserabel ausfällt, dann ist eben nicht Party auf dem „Ballermann“, sondern Büffeln über den Schulbüchern angesagt.
„Jeder Mensch hat drei bis fünf außergewöhnliche Begabungen, das hat die Wissenschaft festgestellt. Doch viele vergeuden ihre Talente“, sagt Bischoff und gießt zur Verdeutlichung einen Krug Wasser auf dem Kirchenboden aus. „Aber wer seine Begabungen fördert, kann es weiter bringen, als jeder Klassenprimus“, ruft er den Schülern zu. Bei Dirk Nowitzki sei das auch so gewesen. „Der war hochtalentiert, aber stinkfaul. Doch irgendwann hat er die Kurve gekriegt. Und heute gehört er zu den fünf besten Basketballspielern der Welt“, sagt Bischoff, der gemeinsam mit Nowitzki in der Junioren-Nationalmannschaft war.
„Aussehen ist nicht wichtig, Persönlichkeit ist wichtig“, sagt Bischoff. Und er erzählt von seinem Treffen mit Nick Vujicic vor zwei Jahren bei einer Tagung in Australien. „Einer der außergewöhnlichsten Menschen der Welt.“ Ein Video zeigt Nick Vujicic, der 1982 ohne Arme und Beine in Melbourne geboren wurde, als glücklichen Menschen. Nick lernte einen Computer zu bedienen, Schlagzeug zu spielen, zu telefonieren und seine Zähne zu putzen. Er hat einen betriebswirtschaftlichen College-Abschluss und schreibt Bücher.
Am Ende von Bischoffs 90-minütigen Vortrag wollen selbst „coole Jungs“ mehr, stehen spontan auf, applaudieren. Mission Motivation erfüllt. Wieder mal.