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In Dubai regieren schlicht die Superlative

Michael Schindhelm stellte im Festsaal des Klosters Bentlage sein Buch „Dubai Speed“ vor.
Michael Schindhelm stellte im Festsaal des Klosters Bentlage sein Buch „Dubai Speed“ vor.


Rheine. „Dubai Speed“ hieß das Thema sowie das gleichlautende Buch, das Autor Michael Schindhelm am Montagabend im Kloster Bentlage, im Rahmen der Veranstaltung „Europa-Brücke, Forum für politische Kultur“, vorstellte.

In seinem Buch schildert Schindhelm persönliche Erfahrungen, die er während seines zweijährigen Aufenthaltes in Dubai gemacht hat. Dubai, die Wüstenmetropole am Golf, die mit einer Einwohnerzahl von 1,7 Millionen innerhalb kürzester Zeit auf eine Größe von Hamburg angewachsen ist. Wobei anzumerken ist, dass von den 1,7 Millionen Menschen 90 Prozent Ausländer, etwa 280000 von ihnen Europäer, sind. „Dubai Speed. Der Name kommt nicht von ungefähr“, meinte Schindhelm. „Er bezieht sich auf die ungeheure Geschwindigkeit, mit der sich diese Stadt entwickelt hat“.


Mittlerweile sei die „Droge Öl“ durch die „Droge Immobilie“ abgelöst worden. Die Produktion von Öl und Gas betrage heutzutage nur noch fünf Prozent. „Dubai hat einen Superlativismus entwickelt“, sagte Schindhelm. Vieles sei gebaut worden. Das Problem sei allerdings, dass zu viel gebaut worden sei. „Kultur wurde als Marketing-Instrument zum Verkauf von Immobilien angesehen“, äußerte Schindhelm seine Bedenken.

Und dann kam 2008 die Finanzkrise, die auch in der Großstadt Dubai ihre Spuren hinterlassen hat. Unerwartet standen milliardenschwere Projekte, allen voran die Kultur, zur Debatte. Um ein Stück Kultur zurück nach Dubai zu bringen, beschäftigte sich unter anderem Schindhelm, der auch Theaterintendant ist, mit deren Aufbau vor Ort. Einige Vorhaben wie Galerien und andere sinnvolle Aktivitäten seien bereits geschaffen worden. „Dubai versucht aus der Krise zu lernen und sich krisensicher zu machen“, versicherte Schindhelm.

Schindhelm berichtete ferner über persönliche Erfahrungen. Sein Buch, das an ein Tagebuch erinnert, gibt Einblicke in die Welt eines Europäers zwischen modernen und traditionellen Nomaden und dem Hofstaat. „Hier leben Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Zeiten. Dubai ist eine Art moderne Plattform, auf der sich Nomaden begegnen“, sagte Schindhelm beeindruckt. „Der Reichtum ist hier sehr unterschiedlich verteilt“, betonte er. Hier treffen materielles Elend und Superreichtum aufeinander. Während sich die einen über das Für und Wider von Zweitfrauen, den neuen Audi R8 oder beispielsweise das Anti-Aging-Programm von Lancome unterhalten, herrscht auf der anderen Seite der Medaille der brutale Alltag, indem es weder eine Demokratie noch Meinungsfreiheit gibt.

Dubai, eine Metropole in der Diskrepanz zwischen Modernisierung und dem Versuch, alte Wurzeln aufrechtzuerhalten. Eine Welt voller radikaler Widersprüche und Bestrebungen nach einer neuen Kulturwelt.

VON NINA WICKEL

16 · 03 · 10
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Dubai
Dubai = ein gigantischer Schwachsinn.

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