Altersarmut wird erheblich ansteigen


Dietmar Köster (r.) vom Wittener Forschungsinstitut Geragogik stellte die Ergebnisse der Befragung im Sozialausschuss vor. Links Vorsitzender Antonio Berardis.
Dietmar Köster (r.) vom Wittener Forschungsinstitut Geragogik stellte die Ergebnisse der Befragung im Sozialausschuss vor. Links Vorsitzender Antonio Berardis.


Rheine. Es gibt eine breite Zufriedenheit der Senioren mit ihrer Lebenssituation in Rheine. Das geht aus einer Befragung von über 2000 Rheinensern im Alter von mehr als 60 Jahren hervor. Allerdings läuteten am Dienstag bei der Vorstellung der Ergebnisse durch das Forschungsinstitut Geragogik (Witten) im Sozialausschuss auch die Alarmglocken. Denn es wird künftig in Rheine mehr Armut im Alter geben. „Die sozialen Ungleichgewichte werden zunehmen. Altersarmut wird eine Frage der Zukunft sein. In den nächsten zehn bis 15 Jahren wird die Stadt Rheine sich mit diesem Thema auseinander setzen müssen“, sagte Dietmar Köster, der das Gutachten gestern dem Sozialausschuss vorstellte.

Wie die Einkommensschere im Alter auseinander geht, zeigte Köster anhand der Zahlen über die Einkommenssituation: Danach verfügt fast neun Prozent der Befragten über monatliche Bezüge bis 800 Euro, 14 Prozent bis 1000 Euro und 29 Prozent bis 1500 Euro. Fast ein Viertel der Befragten (23,4 Prozent) verfügt monatlich über 2000 Euro.


Die Befragung ergab ferner eine hohe Identität der Senioren mit der Stadt Rheine. 70 Prozent der Befragten lebt gerne hier, 52 Prozent loben den guten öffentlichen Personennahverkehr und 51 Prozent die schönen Parks in Rheine.

Eine sehr hohe Zahl der Senioren in Rheine wohnt im eigenen Haus: 64 Prozent. 19 Prozent leben in einer Mietwohnung und 6,3 Prozent in einer Eigentumswohnung. Für den Gutachter stellt die hohe Zahl von Einfamilienhausbewohnern jedoch zugleich eine große Herausforderung dar: „Wie will die hohe Zahl von Hausbesitzern im Alter gemeinschaftlich zusammenleben bei steigender Immobilität von Hochaltrigen? Und wie müssen die kommunalen Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit ältere Menschen so lange wie möglich in ihrem vertrauten Umfeld wohnen und leben können?“ fragte Dietmar Köster. In diesem Bereich sieht er erhebliche Arbeit auf die Kommunalpolitik zukommen.

Einen hohen Informationsbedarf hat das Wittener Institut bei Informationen über alternative Wohnformen im Alter ausgemacht. Etwa ein Dritte der Befragten kann es sich durchaus vorstellen, in eine Wohngemeinschaft zu ziehen. Danach befragt, ob sie lieber mit jungen Familien zusammenleben würden, antworteten immerhin 31 Prozent mit einem klaren „Nein“.

Ein weiteres interessantes Ergebnis der Befragung: Es gibt ein deutliches Potential bei den Senioren zur Ausweitung des freiwilligen Engagements, vor allem in der Nachbarschaftshilfe.

74 Prozent der Befragten verfügen über ein Mobiltelefon, aber nur 36 Prozent haben Zugang zum Internet. Groß ist die Zufriedenheit (54 Prozent) mit den Angeboten in der Weiterbildung und Kulturarbeit für Menschen ab 60 Jahren. Der Großteil der Befragten (60 Prozent) informiert sich über diese Angebote übrigens täglich in der Tageszeitung.

VON REINER WELLMANN


16 · 03 · 10



MEHR ZUM THEMA




TOP ARTIKEL
Topartikel Icon
PROSPEKTE
Derzeit liegen keine Prospekte vor.
AKTUELLE FOTOSTRECKEN


TERMINSUCHE


Zeitraum:
von Kalender

Fehler: Kein kein gültiges Datum !
Format: dd mm yyyy
bis Kalender
Rubrik:


© Münsterländische Volkszeitung - Alle Rechte vorbehalten 2012

Impressum | Datenschutz | AGB | Sitemap
Media-Daten | Netiquette