Rheiner Filmemacher mit "Rosa & Marie": Eine Freundschaft in dunkler Zeit


Eine Szene aus "Rosa & Marie".
Eine Szene aus "Rosa & Marie".


Rheine. Ein kleines Dorf irgendwo im Münsterland. Ein Bach fließt hindurch. Der Bach mit seinem kleinen Wehr und seinen Hüpfsteinen ist der Lieblingsplatz von Rosa und Marie. Die beiden zehnjährigen Mädchen sind dicke Freundinnen. Aber es gibt da ein Problem. Rosa ist Jüdin. Und in Deutschland sind die Nationalsozialisten an der Macht . . .

„Rosa & Marie“ ist der neue Film des Rheiner Filmemachers Detlef Muckel und seines Produzenten Andy Besirov, die zuletzt mit dem eindringlichen Film „Amok“ Aufsehen erregt hatten. Mit „Rosa & Marie“ wendet sich Muckel wieder einem seiner Lieblingsthemen zu - der Aufarbeitung des Nationalsozialismus in halbdokumentarischen Spielfilmen.



Das Filmteam und die beiden Hauptdarstellerinnen am Freitag beim Preview im CityKino. Die Premiere findet am 21. Mai statt.
Das Filmteam und die beiden Hauptdarstellerinnen am Freitag beim Preview im CityKino. Die Premiere findet am 21. Mai statt.


Manche Dinge durfte es in der Zeit des Nationalsozialismus einfach nicht geben. Und dazu gehörte auch die Freundschaft zwischen einem deutschen und einem jüdischen Mädchen. Gesellschaftliche Ächtung, Schikanen, Pogrom, Deportation - in eindringlichen, sehr emotionalen Bildern hat Regisseur Detlef Muckel dieses dunkle Kapitel der deutschen Geschichte dargestellt. Wie bereits bei „Amok“ schrieb der Komponist Marcus Urban Fischer dazu eine bemerkenswerte Filmmusik.

Die Geschichte von „Rosa & Marie“ beginnt in einem Krankenhaus. Hier begegnen sich eine alte Frau und ein junges Mädchen. Und während das Mädchen am Bett ihrer Freundin wacht, erzählt ihr die alte Frau die Geschichte einer Freundschaft, die niemand zerstören konnte, auch die Nazis nicht.

Viele Schauspieler und Statisten stammen aus dem Kreis Steinfurt. Die beiden Hauptrollen der Rosa und der Marie werden von zwei zehnjährigen Mädchen aus Rheine gespielt - Filiz Dessi (Rosa), Schülerin der Kardinal-von-Galen-Schule, und Tiziana Grohne (Marie), Schülerin der Euregio-Gesamtschule. „Die beiden haben das wirklich ganz ausgezeichnet gemacht“, lobte Produzent Besirov bei einem Preview für die Presse gestern im CityKino Rheine die beiden Mädchen. Er ist davon überzeugt, dass es nicht der letzte Auftritt der beiden Mädchen vor der Kamera gewesen ist.

Während der Dreharbeiten, die zum größten Teil in den Herbstferien 2009 an verschiedenen Orten im Kreis Steinfurt stattfanden, sind die beiden lebhaften Mädchen, die im Film schon so erwachsen wirken, dem Filmteam richtig ans Herz gewachsen. Und umgekehrt. Auch wenn Regisseur Detlef Muckel den Mädchen einiges abverlangte. „Manche Szenen mussten wir mehrmals spielen, bis er endlich zufrieden war“, verrät Tiziana. Aber auch die Kameraleute selbst schonten sich nicht. So wird in einer Szene Rosa von ihrer Mutter huckepack durch einen Bach getragen. Beim Dreh kam auch Tontechniker Oliver Berg als zweiter Kameramann zum Einsatz. Mit seiner Kamera stand in seiner brusthohen Anglerhose mitten im Bach. In dem weichen Bachuntergrund sackte Berg jedoch nach und nach ein - und die Anglerhose lief bis zum Rand voll Wasser. „Tiziana und Filiz fanden das sehr lustig. Ich war froh, als die Aufnahme nach dem zweiten Take im Kasten war“, erzählt Berg. Gedreht wurde in Metelen, Münster, Osnabrück, Steinfurt, Nottuln, Greven und Rheine. Hier sorgten die Darsteller in ihren braunen SA-Uniformen so manches Mal für Aufsehen. Zum Glück konnten die empörten Passanten rasch beruhigt werden.

„Rosa & Marie“ ist ein eindringlicher, sehr berührender Film, der niemanden kalt lässt. Die Premiere findet am 21. Mai, um 19.30 Uhr im CityKino in Rheine statt. Natürlich wird die gesamte Filmcrew dabei vor Ort sein und auch für Fragen zur Verfügung stehen. Eintrittskarten sind ab dem 10. Mai im CityKino erhältlich.

VON KLAUS DIERKES


07 · 05 · 10





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