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Großübung: Feuerwalze auf dem Flugplatz in Bentlage


Auch dieser Hubschrauberpilot musste ärztlich versorgt werden.
Auch dieser Hubschrauberpilot musste ärztlich versorgt werden.
(Foto: Rapreger)


Rheine. Eine gigantische Feuerwalze, schwarze Rauchsäulen, schreiende, verletzte Menschen in der Kaserne Bentlage, Feuer im Tower und ein Trümmerfeld auf dem Rollfeld der ehemaligen Flugbasis in Hopsten/Dreierwalde: Den Einsatzkräften der Feuerwehren und Rettungskräften der Kreise Steinfurt, Warendorf, Borken, Coesfeld und der kreisfreien Städte Gelsenkirchen und Münster bot sich am Samstag ein echtes Horrorszenario, das zum Glück nur eine Übung war. Allerdings eine Übung, die es in dieser Größenordnung seit Jahrzehnten nicht mehr in Westfalen gegeben hat: Insgesamt 750 Einsatzkräfte mit rund 150 Fahrzeugen nahmen an der Übung „Feuerkonzert 2010“ teil. Ziel der Übung, die am Samstagmittag begann, war es, die Zusammenarbeit zwischen Kreis, Bundeswehr und Bezirksregierung zu trainieren.

Als die Übung am Samstag um 12.30 Uhr beginnt wartet auf Feuerwehren und Rettungskräfte ein Höllenszenario, das die brütende Hitze am Samstag noch unerträglicher machte. Denn vielfach müssen die Wehrleute in Schutzkleidung und mit Atemmasken vorgehen - bei 37 Grad Celsius eine echte Tortur.


Die angenommene Lage: Bei einer Gefahrenabwehrübung kollidiert ein Transporthubschrauber CH-53 auf dem Weg zum Heeresflugplatz Rheine-Bentlage mit einem Transportflugzeug. An Bord des Hubschraubers befindet sich das Heeresmusikkorps - daher der Name der Übung: „Feuerkonzert 2010“. In Bentlage touchiert der Transporthubschrauber im Notlandeanflug einen kleinen Alouette-Hubschrauber und setzt einen Wald in Brand. Rund 50 Personen werden verletzt.


Feuriges Inferno am Rollfeldrand in Bentlage.
Feuriges Inferno am Rollfeldrand in Bentlage.


Das Transportflugzeug, das mit der CH 53 kollidiert, hat mehrere Kartons mit Explosivstoffen an Bord und muss auf der ehemaligen Luftwaffenbasis in Hopsten-Dreierwalde notlanden. Dabei streift die Maschine den Tower. Dort sind drei Personen eingeschlossen und müssen mit einem Drehleiterwagen gerettet werden. In einem angrenzenden Areal entsteht ein gewaltiger Brand: Bei der Notlandung hat das Transportflugzeug eine Fläche von rund 50 000 Quadratmetern - etwa fünf Fußballfelder - in Brand gesetzt und eine brennende Ölspur hinterlassen. Ein solcher Brand kann mit mit Luftunterstützung gelöscht werden. Außerdem muss eine 3000 Meter lange Schlauchleitung zur Dreierwalder Aa gelegt werden.
Als besondere Herausforderung kam dann noch direkt zu Beginn der Übung ein echter Flächenbrand auf der staubtrockenen Grasfläche am Rollfeldrand der ehemaligen Luftwaffenbasis hinzu. Dieses reale Feuer musste natürlich zuerst gelöscht werden. Dabei kam der eigentlich nur für diese Übung vorgesehenn
Löschwasseraußenlastbehälter „Smokey“ gerade recht. Zwei Ladungen zu je 5000 Litern Wasser wurden gezielt über dem Grasbrand ausgeleert. Erst anschließend wurde das „Übungsfeuer“ am Tower gelöscht.




Gegen 18 Uhr war die rund sechsstündige Übung beendet. Anschließend konnten die beteiligten Feuerwehren und Rettungskräfte auf der ehemaligen Luftwaffenbasis in Hopsten-Dreierwalde, auf der auch das Nachtlager aufgeschlagen wurde, etwas verschnaufen, essen, trinken und eine Dusche nehmen. Als kleines Dankeschön vor allem für die vielen ehrenamtlichen Helfer gab es dann abends ein Public Viewing mit der Übertragung des „Kleinen Finales“ Deutschland gegen Uruguay. Nach einem Frühstück am Sonntagmorgen kehrten die Einheiten wieder in ihre Heimatorte zurück.

Die Großübung wurde für einen Ausbildungsfilm auf Video dokumentiert. Die Erkenntnisse, die während der Übung gewonnen wurden, wurden ebenfalls dokumentiert, um Schwachstellen offenzulegen und die Zusammenarbeit weiter zu verbessern.
Die Übung wurde von zahlreichen Pressevertretern sowie Vertretern der Bezirksregierung Münster, des nordrhein-westfälischen Innenministeriums sowie den Bürgermeistern von Hörstel und Rheine - Heinz Hüppe und Bernd Lunkwitz - beobachtet.

VON KLAUS DIERKES


10 · 07 · 10



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