Rheine. Die erste Regel beim Square Dance lautet: Jeder wird sofort geduzt. Daher trugen alle Tänzer beim Benefiztanz am Samstag Namensschilder zu ihrem restlichen Tanzdress.
Aufgebauschte Röcke mit Petticoats, die bei jeder Drehung und jeder Figur mitschwangen, waren für fast jede Tänzerin eine Pflicht. Die Männer hingegen trugen Hemden mit bunten Ansteckern. So ausgestattet tanzten knapp 260 Tänzer aus ganz Deutschland in der Stadthalle für den guten Zweck.
Mit von der Tanzpartie waren auch 23 russische Square Dancers, da die Einnahmen den russischen Square Dance Clubs zu gute kommen werden.
Diese Clubs stecken gerade erst in der Aufbauphase. „Der Deutsch-russische Club hat den Square Dance erst nach Russland gebracht“, berichtete der Präsident des Deutsch-Russischen Fördervereins, Udo Schreiber. Bereits vier Clubs in fünf Jahren kamen so in Russland, beispielsweise in St. Petersburg, zustande und die nächsten werden schon angedacht. Um den Tänzern dort auch die Schritte beibringen zu können, wird das meiste Geld für hochwertige Musikanlagen gebraucht werden.
Für die Anlage in der Stadthalle war am Samstag der Caller Jörg Biewald aus Bochum zuständig. Er ließ die Tänzer nach seiner Laune tanzen, da er immer wieder eine der 70 Square Dance Figuren auf Englisch ansagte, doch die Reihenfolge war für jeden Tänzer unbekannt und musste schnellstmöglich umgesetzt und getanzt werden. „Das ist das Besondere am Square Dance, man hat die körperliche Bewegung und zugleich ein wenig Gehirnjogging“, lacht Walter Schuhmacher vom Emder Square Dance Club.
Walter Schumacher war wie viele der Square Dancers mit seiner gesamten Familie angereist: „Wir tanzen alle bereits seit mehreren Jahren, auch meine Enkel sind jetzt angefangen und wir haben schon fast einen Square zusammen.“ Ein Square besteht bei dem amerikanischen Volkstanz immer aus vier Pärchen zusammen in einer Gruppe, die Square genannt wird. Getanzt wurde zu jeder Musik, die im Viervierteltakt ist.
Von 14 bis um 19 Uhr tanzten die Square Dancers, bis der Abend danach in einen gemütlichen Clubabend wechselte.