Rad fahren gegen die nukleare Gefahr


Will neuer Sportleiter werden: Klaus-Peter Forst.
Will neuer Sportleiter werden: Klaus-Peter Forst.


-ak- Rheine. „Hallo, ich bin Nidia Rodriguez, eine junge Ärztin aus Quito, Equador.“ Mit diesem Satz stellte sich die junge Frau der Redaktion vor und berichtete darauf folgend über die am Samstag startende „IPPNW-BAN-Tour“ (IPPNW=International Physicians for the Prevention of Nuclear War, BAN=Biking against Nuclear Weapons). Es ist eine Fahrradtour von über 35 internationalen Ärzten und medizinischen Studenten, die am 14. bis 24. August den Weg von Düsseldorf nach Basel antreten. Anschließend werden sie Basel am IPPNW-Welt-Kongress teilnehmen.

Wenige Tage zuvor besuchte Nidia Rodriguez ihre Freundin Anna-Lena Forst, eine gebürtige Rheinenserin, die in München lebt. „Wir haben uns während unserer medizinischen Ausbildung in Miami kennengelernt und sind gute Freunde geworden“, sagte Rodriguez. „Ich wollte Nidia die Unterschiede in Süd- und Norddeutschland zeigen. Deshalb sind wir von München nach Rheine gefahren“, sagte Anna-Lena. „Außerdem wollte ich Nidia zeigen, dass wir in Deutschland auch kleine Bier-Gläser haben“, ergänzte sie schmunzelnd.


Auf der Tour werden sie in vielen Städten haltmachen über die dramatischen Folgen von nuklearen Waffen aufklären. Elf Tage und über 700 Kilometer wird das Ärzte-Team zurücklegen, um auf sich und ihre Ziele aufmerksam zumachen. „Viele Menschen kennen die gesundheitlichen Folgen von nuklearer Strahlung nicht. Wenn sie bereits mit Ihr in Berührung gekommen sind, ist es zu spät. Wir wollen das ändern“, berichtete die junge Ärztin. Prävention sei die einzige Möglichkeit die Folgen nuklearer Waffen zu verhindern.

Auf der BAN-Tour werden sie mit Politikern sprechen, Demonstrationen organisieren und „Target-X-Aktionen“ durchführen. „Wir malen ein großes rotes Kreuz auf den Rathausplatz. So wollen wir deutlich machen, dass genau dort jederzeit eine Atombombe einschlagen könnte. Letztendlich ist es ihre Stadt“, berichtete Nidia von den Plänen der Organisation IPPNW. „Fakt ist, dass alle neun Tage ein Test mit nuklearen Waffen durchgeführt wird“, erläuterte Rodriguez. Diese Informationen habe die Organisation IPPNW aus Untersuchungen früherer Jahre. „In Pakistan und Indien wird am meisten getestet“, fügte sie hinzu.

„Wir wollen auf den Atomwaffensperrvertrag hinweisen und einen zweiten Vertrag über die Abrüstung aller nuklearen Waffen, aller Länder reden“, sagte Rodriguez. Der Atomwaffensperrvertrag wurde von den fünf Atommächten USA, Russland, Frankreich, Großbritannien, der Volksrepublik China und mittlerweile von 184 Staaten ohne Atomwaffen unterzeichnet. Indien, Israel, Nordkorea und Pakistan sind keine Mitglieder. 1980 haben amerikanische und sowjetische Ärzte die Organisation IPPNW gegründet. Sie waren aufgrund der hohen gesundheitlichen Risiken für die weltweite Abschaffung. Mittlerweile gibt es Tausende Ärzte, die in 62 Ländern IPPNW-Organisationen unterstützen. Alle zwei Jahre tagt der IPPNW-Kongress.

Für Nidia Rodriguez ist es bereits der Dritte. „Ich war damals Vorsitzende des Verbandes für Menschenrechte und Frieden. Eines Tages sprach sie ein Aktivist an und überzeugte sie von der Organisation IPPNW.

www.ippnw.org



13 · 08 · 10





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