Rheine. Die Landesvereinigung Nordrhein-Westfalen im Bund Deutscher Schiedsmänner und Schiedsfrauen (BDS) hat am Samstagvormittag ihr 40-jähriges Bestehen im Falkenhof gefeiert. Weiterer erfreulicher Anlass war die Ernennung des bisherigen Landesvorsitzenden und ehemaligen Bürgermeisters von Rheine, Günter Thum, zum Ehrenvorsitzenden der Landesvereinigung auf Lebenszeit.
Der frischgebackene Justizminister von Nordrhein-Westfalen, Thomas Kutschaty, bedankte sich in seinem Festvortrag bei den versammelten Schiedsleuten für die „jahrzehntelange engagierte, erfolgreiche und häufig genug auch nervenaufreibende Arbeit“ und lobte in seinen Festvortrag das ehrenamtliche Engagement.
Der scheidende Vorsitzende Günter Thum betonte in seiner Ansprache: „Wir feiern dieses Jubiläum trotz rückläufiger Fallzahlen in den vergangenen zehn Jahren, weil wir davon überzeugt sind, dass das ehrenamtliche Schlichten im Vorfeld der Gerichtsbarkeit eine Einrichtung in unserer Gesellschaft ist, die ein Stück Lebensqualität und positive Atmosphäre schafft.“ Er appellierte er an die Justiz, die Schiedsleute in weitere Aufgaben mit einzubeziehen, denn „Zukunft braucht Herkunft“.
Rheines Bürgermeisterin Angelika Kordfelder beteuerte, dass die ehrenamtliche Leistung der Schiedsmänner und Schiedsfrauen höher einzuschätzen sei, als lediglich auf die Entlastung der Gerichte hinzuweisen. Die Bürgernähe und die Einsparung von Finanz- und Zeitkosten führte sie als entscheidenden Faktor für den bürgerlichen Frieden an. „Sie opfern ihre Freizeit, um sich mit dem Ärger der anderen zu befassen“, lobte auch sie die Arbeit der Schiedsleute und wies darauf hin, dass es Konfliktstoff immer geben werde und so auch die Arbeit der Schiedsleute unabdingbar sei.
Hauptsächliche Beratungsthemen bei der Landesvertreterversammlung waren die Mediation durch Schiedsleute aus Sicht des Bunds-Justizministeriums und unter Berücksichtigung der Umsetzung der EU-Richtlinie, sowie der Täter-Opfer-Ausgleich als Aufgabe der Schiedspersonen.
Erhard Väth, Bundesvorsitzender vom Bund Deutscher Schiedsmänner und Schiedsfrauen gab einen kurzen Rückblick über 40 Jahre Landesvereinigung Nordrhein-Westfalen und sah die Aufgabe darin, die Öffentlichkeitsarbeit für die Einrichtung der Schiedsleute zu erhöhen, um ihre Präsenz und die Akzeptanz bei den Bürgern zu stärken.
Der scheidende Vorsitzende Günter Thum erhielt neben der Ernennung zum Ehrenvorsitzenden, die mit einer Urkunde Rechtskraft erhielt, eine Patenschaft über einen Weinberg geschenkt. Als praktisches Utensil fügte der Landesvorstand als Geschenk auch noch einen Korkenzieher hinzu, damit Thum für seinen künftigen Ruhestand gerüstet ist.