Rheine. Mit Sachschäden in Millionenhöhe rechnet der Leiter des Krisenstabes im Kreis Steinfurt, Kreisordnungsdezernent Martin Sommer. Nach den extrem starken Niederschlägen seien in der vergangenen Nacht weit über tausend Keller im Kreis Steinfurt mit Wasser vollgelaufen. „Einige Gebäude sind in Mitleidenschaft gezogen worden“, sagte Sommer. Zwar sei der Katastrophenalarm inzwischen aufgehoben worden. „Wir können im Moment allerdings noch keine Entwarnung geben. Ich vermute aber, dass sich die Situation nicht mehr dramatisch verschlechtern wird“, sagte der Leiter des Krisenstabes.
„Die Situation in Rheine hat sich relativ entspannt“, sagte Sommer am Freitagmorgen um 11.30 Uhr im Telefoninterview mit MV-Online. Der Krisenstabsleiter war zu dem Zeitpunkt übrigens auf den Weg in den Kreißsaal, wo er seine Frau bei der Geburt des zweiten Kindes begleiten wollte.
Angespannt sei die Lage am Freitagmorgen indes noch in den Nachbargemeinden Ochtrup, Langenhorst und Wettringen.
Großes Lob spendete Sommer den hauptamtlichen und ehrenamtlichen Kräften der Feuerwehr sowie den Kräften des THW. „Die haben durch ihr tolles Engagement vor allem im Industriegebiet Nord Schlimmeres verhindert.“ Die gute Zusammenarbeit kenne er bereits vom Einsatz bei der Schneekatastrophe im November 2005. „Das Team im Krisenstab ist gut eingespielt.“
Er habe nicht damit gerechnet, dass er innerhalb von fünf Jahren zum zweiten Mal den Krisenstab wegen einer Unwetterlage einberufen müsse, sagte Sommer. „Es ist schon ungewöhnlich, dass in derselben Region so schnell wieder ein Unwetter passiert.“ Wie damals seien Metelen, Ochtrup und Steinfurt die Einsatzschwerpunkte im Kreis Steinfurt.
Die Schneekatastrophe sei damals zwar für die Einsatzkräfte eine stärkere Herausforderung gewesen, weil sich die Lage über Wochen hingezogen habe. Nach den Starkregenfällen der vergangenen Nacht seien diesmal aber stärker die Haushalte im Kreis Steinfurt betroffen: „In den Haushalten geht der materielle Schaden weit über die Schäden beim Schneechaos 2005 hinaus.“
Die bis an die Erschöpfungsgrenzen gegangenen Einsatzkräfte werden abgelöst durch Verstärkungskräfte aus den Regierungsbezirken Arnsberg und Detmold.