Rheine. Landrat Thomas Kubendorff (CDU) fordert den Erhalt des Heeresfliegerstandortes in Bentlage. „Ich bin froh über die Präsenz der Bundeswehr in Kreis Steinfurt. Sie leisten Erhebliches“, sagte Kubendorff am Freitagabend beim Gelöbnis in der Theodor Blank-Kaserne. Der Landrat appellierte an die hiesigen Bundestagsabgeordneten, sich weiterhin für die Bundeswehr im Kreis stark zu machen. Viele Bundeswehrkenner befürchten, dass das Bundesverteidigungsministerium nach der Strukturreform den Standort Rheine auflösen könnte.
Neben den Rekruten des mittleren Transporthubschrauberregimentes 15 aus Bentlage legten am Freitagabend auch junge Soldaten des Logistikbataillons 7 aus Unna, des Sanitätsregimentes 22 aus Ahlen und der Nato Signal Battalion DDO/DtA aus Wesel vor Freunden und Familie ihr Versprechen ab, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen.
Kubendorff ging in seiner Gelöbnisrede auch auf die Diskussion um die Wehrpflicht ein. „Wenn Deutschland bei den Umstrukturierungen der Bundeswehr nicht aufpasst, ist die Zeit der Bürger in Uniform bald vorbei“, mahnte Kubendorff. „Die Bundeswehr ist für die Gesellschaft von enormer Wichtigkeit.“ Die allgemeine Wehrpflicht sei die beste Lösung für Deutschland, sagte Kubendorff und warnte vor einer Umstrukturierung der Bundeswehr. Schnell könne sich aus einer einmaligen Aussetzung der Wehrpflicht, eine allgemeine Abschaffung entwickeln, sagte Kubendorff.
Zuvor hatte Oberst Werner Salewski die traditionelle Zeremonie eröffnet und kam ebenfalls rasch auf die aktuell heiß umstrittenen Schlagzeilen der Bundeswehr zu sprechen. „Wehrpflicht, ja aber! Auslaufmodell Wehrpflicht, Verteidigungsminister will Truppe verkleinern und Wehrdienst aussetzen“, zählte Salewski die jüngsten Nachrichten der Vergangenheit auf. Sicher sei, dass der Bundeswehr eine Reform bevorsteht, bei der nicht viel bleiben soll, wie es ist. „Der Kernauftrag der Bundeswehr liegt in der Landes- und Bündnisverteidigung“, erläuterte Salewski. Somit sei der Wehrdienst, ein Dienst für das Gemeinwohl.
„Auch die anstehende Stationierungsentscheidung wird uns noch im Atem halten“, sagte Salewski. Vorerst werde er sich aber in der Standortfrage „noch eine Weile bedeckt halten.“