Die Seele bleibt grün


Zur zweiten Sitzung der Fraktion AfR wurde auch das neue Logo vorgestellt. Fast alle Mitglieder waren vorher bei Bündnis 90/Die Grünen aktiv.
Zur zweiten Sitzung der Fraktion AfR wurde auch das neue Logo vorgestellt. Fast alle Mitglieder waren vorher bei Bündnis 90/Die Grünen aktiv.
(Foto: Wellmann)


Rheine. Nein, grüne Positionen aufgeben wollen sie nicht. Aber die Mitglieder der Fraktion „Alternative für Rheine“ (AfR) wollen Politik künftig anders gestalten, als sie es in der Partei Bündnis 90/Die Grünen erlebt haben, und aus der alle inzwischen ausgetreten sind. „Wir grenzen uns deutlich von Parteien insgesamt ab. Das kommt aus eigener leidvoller Erfahrung. Partei, das bedeutet Festlegung, Einengung und Gängelung“, sagte Rainer Ortel, als sich die Gruppe AfR am Montag erstmals im Bürgerhof Schotthock der Öffentlichkeit vorstellte.

Daher kann sich die neue Gruppierung im Rheiner Rat durchaus vorstellen, eine Verankerung in einem Verbund von Unabhängigen Wählergemeinschaften zu finden. Es könne jedoch auch sein, dass man einen politischen Verein in Rheine gründe, sagte Ortel am Montag weiter. Einer politischen Partei, die über Rheine hinausgeht, will AfR sich aber auf keinen Fall anschließen.


Ein grüner Farbklecks ist künftig das Symbol der Fraktion AfR. Graphiker Ralf Hage hatte das Signet für die Gruppe entwickelt.

Zur AfR-Fraktion, die aus den beiden Ex-Grünen Rainer Ortel und Birgit Marji besteht, sind inzwischen die sachkundigen Bürger Willi Rieke, Jochen Siegler, Thomas Rickert, Heinrich Winkelhaus und Thorsten Sonntag gestoßen. Damit ist AfR in fast allen Ausschüssen sowie Aufsichtsgremien der Stadt Rheine politisch präsent.

Die Gruppe, die regelmäßig montags um 19 Uhr im Bürgerhof Schotthock tagt, ist offen für alle Menschen, die sich die Neulinge in der Kommunalpolitik einmal anschauen wollen. „Wir spüren ein hohes Maß an Verdruss über die Politik in Rheine. Und wir wissen auch, wie schwer das ist, Menschen für Politik zu interessieren in diesen Zeiten“, sagte Ortel weiter.

Schwerpunkt der Arbeit, die übrigens am Dienstag mit der ersten Haupt- und Finanzausschusssitzung startet, soll im Herbst die Schulpolitik sein. „Eine zweite Gesamtschule oder eine Dependance der Euregio-Gesamtschule ist ein Ziel, das greifbar nahe ist“, sagten Marji und Ortel am Dienstag. Dabei will AfR jedoch zunächst das Gespräch mit den anderen Fraktionen suchen. „Wir sind schon in der Satzung auf Kooperation angelegt. Wir grenzen niemanden von vornherein aus“, betonten Marji und Ortel.

In wenigen Tagen will AfR auch auf der Internetseite www.alternative-fuer-rheine.de präsent sein.

VON REINER WELLMANN


30 · 08 · 10





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