Rheine. Vormittags zur Schule und nachmittags im Fußballclub kicken oder in der Musikschule die erste Geige spielen - das war einmal. „Das klassische Zwei-Säulen-Modell bricht jetzt zusammen. Es entsteht ein Kampf um die Köpfe“, sagt Uli Fischer, Geschäftsführer des Kreissportbundes Steinfurt.
Die Stadt Rheine hat die Probleme erkannt und will die Verbindung von Sport und offenem Ganztag in den Schulen in einer Fachtagung erörtern, die am 10. November stattfindet. „Als Stadt können wir nur die Rahmenbedingungen schaffen. Mit der neuen Dreifachturnhalle an der Euregio-Gesamtschule sind wir von der Infrastruktur her gut gerüstet“, sagte gestern Thorben Winter, Fachbereichsleiter Bildung-Kultur-Sport, in einer Pressekonferenz. Die Stadt sehe Bildung ganzheitlich, da gehöre der Sport essenziell dazu. Wie kann man die fast ausschließlich ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter der Sportvereine dazu gewinnen, im Ganztagsunterricht der Schulen noch weitere Angebote zu machen? Und wie lässt sich andererseits der Vereinssport aufrecht erhalten, wenn Kinder immer länger in der Schule zubringen, obwohl dann zeitgleich oft schon das Training läuft?