Rheine. Die Wirtschaftsvereinigung Steinfurt (WVS) und die Entwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (EWG) präsentierten am Dienstagabend ihr neues Format „business.talk“ in der Mathias Hochschule. Zum Thema „Fachkräftegewinnung und -bindung in der Region“ präsentierten zunächst einige Experten ihre Lösungsansätze, wie sie beispielsweise im skandinavischen Raum seit Jahren erfolgreich praktiziert werden. „Wie kann es sein, dass wir einen Fachkräftemangel bei drei Millionen Arbeitslosen haben?“, fragte Werner Stegemann vom WVS die anwesenden Unternehmer bei der Begrüßung. Es handle sich um ein strukturelles Problem im Konjunkturaufschwung. Hinzu kommen der demografische Wandel und ein sinkendes Arbeitskräftepotenzial.
Um Fachkräfte für die Region zu gewinnen und sie auch langfristig zu binden, müsse man in zehn verschiedenen Handlungsfeldern ansetzen, sagte Andreas Franke von frankepartner. Ein „Mix“ aus der Reduzierung von Schul- und Studienabbrechern sowie einer stärkeren Berücksichtigung des Arbeitskraftpotenzials von Frauen, älteren Menschen und Zuwanderern seien dabei zu berücksichtigen. Zusammen mit Bo Bäckström von albatross 78 präsentierte er effiziente Praxiserfahrungen aus Skandinavien. Aufgabe des Geschäftsführers sei es demnach, „attraktive Arbeitsplätze“ anzubieten und durch „intensive Kommunikation und Information“ mit den Mitarbeitern zusammenzuarbeiten. „Coach statt Chef“, sagte Bo Bäckström, sei der Schlüssel zum Erfolg. Die Kreativität der eigenen Mitarbeiter berge zudem ein ungeahntes Innovationspotenzial - frei nach dem Motto „I did it my way“.