Behinderte nicht ausgrenzen


Mit selbstklebenden Punkten konnten die Passanten auf dem Borneplatz Stellung zu den Thesen der Caritas nehmen. Auch Dieter Fühner von der Geschäftsleitung artikulierte seine Meinung.
Mit selbstklebenden Punkten konnten die Passanten auf dem Borneplatz Stellung zu den Thesen der Caritas nehmen. Auch Dieter Fühner von der Geschäftsleitung artikulierte seine Meinung.
(Foto: Nienhaus)


Rheine. Können behinderte Menschen entscheiden, wo und mit wem sie wohnen möchten? Diese und andere teilweise provokant gestellten Fragen ließ sich der Caritas-Verband Rheine am Samstagmorgen von Passanten am Borneplatz beantworten. Mit Hilfe von selbstklebenden Punkten konnten die Fußgänger entscheiden, was sie für richtig in Bezug auf die Inklusion der Behinderten für richtig empfinden.

Doch eigentlich ist diese Aktion als Denkanstoß gedacht, um auf die noch vorhandene Barriere zwischen Behinderten und gesunden Menschen hinzuweisen. Zwar sei Rheine auf einem sehr guten Weg, um eine Gleichberechtigung zu schaffen, jedoch gäbe es auch hier noch einige Baustellen, die Dieter Fühner von der Caritas-Geschäftsleitung vor allem im schulischen Bereich sieht: „Es geht nicht nur um barrierenfreie Schulen, sondern auch um eine spezielle, pädagogische Unterstützung für Menschen mit Behinderung.“


Um auf genau diese Probleme hinzuweisen, nahm die Caritas den Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen am vergangenen Donnerstag zum Anlass, die Menschen zu informieren und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

„Damit die Scheu, die viele Menschen im Umgang mit Behinderten hegen, verschwindet, suchen wir den persönlichen Kontakt zu den Menschen hier in der Innenstadt“, erläuterte Caritaspressesprecher Stefan Gude und trifft dabei auf aufgeschlossene Rheinenser.

Verbunden wurde dies gleich mit der neuen Jahreskampagne des Caritasverbands zum Thema „Kein Mensch ist perfekt“, welches den Augenmerk nicht auf die die Unterschiede, sondern auf die Gemeinsamkeiten richten soll.

Zusammen mit den Caritasmitarbeitern kamen am Samstag viele Gespräche auf dem Borneplatz zustande. Viele Meinungen und Ansichten zwischen Betroffenen und Außenstehenden wurden ausgetauscht und diskutiert.

Mit von der Partie war auch Ralf Lindenbaum, der selbst von einer Behinderung betroffen ist. Er sieht die Fortschritte, die die Stadt immer wieder macht: „Der umgebaute Bahnhof wird mir das Reisen nun deutlich einfacher machen. Wo ich früher mit einem Mitarbeiter im Lastenaufzug fahren musste, drücke ich, wenn der Bahnhof fertiggestellt ist, einfach auf einen kleinen Knopf und kann in den Zug steigen.“

VON LAURA FÜHNER


08 · 05 · 11





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