Mit der feierlichen Enthüllung einer Informationstafel fand das Projekt „Amphibienschutz am Angelgewässer“ als Zusammenarbeit des Anglersportvereins (ASV) Rheine, der Arbeitsgemeinschaft Regenwald und Artenschutz (ARA) und des Landesfischereiverbandes Westfalen und Lippe am vergangenen Samstag am See in Spelle-Varenrode seinen vorläufigen Abschluss. Insgesamt etwa ein Jahr hatte es von einer ersten Kontaktaufnahme des ASV-Vorsitzenden Jörg Winther mit dem Vertreter der ARA, Jürgen Birtsch, bis zur Vollendung der Artenschutzmaßnahme an zwei Vereinsseen der Kanalangler aus Rheine gedauert.
Schon Ende 2010 hatten die ersten Begehungen der in Frage kommenden Gewässer stattgefunden, wo schon klar wurde, dass mit nur relativ geringem Aufwand Lebensraum für bedrohte Amphibien geschaffen werden konnte. Im Juli und im Oktober dieses Jahres setzte man dann die Planungen in die Tat um. Vertiefungen außerhalb der Seen in Varenrode und in Venhaus wurden vergrößert und vertieft und auch neue Flachwasserzonen geschaffen. Hier erwärmt sich das Wasser im Frühjahr schneller, was ideale Bedingungen für das Ablaichen und die Entwicklung der Frösche, Kröten und Lurche bedeutet. Da hier keine Fische vorhanden sind, ist die Gefahr für die Kaulquappen und Jungfrösche nicht vorhanden, im Magen der Wasserbewohner zu landen.
Um das Engagement des ASV Rheine zu dokumentieren, stehen an beiden Seen Infotafeln, wovon am vergangenen Samstagnachmittag die in Spelle-Varenrode feierlich enthüllt wurde. Für den erkrankten Vereinsvorsitzenden Jörg Winther begrüßte Reinhold Plake als 2. Vorsitzender Jürgen Birtsch und Christina Zander von der ARA, Anika Rohde, Diplombiologin im Landesfischereiverband Westfalen und Lippe, Gerald Knauf, Projektreferent der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW, Jürgen Wolters, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Artenschutz, Andreas Cordes vom Fachbereich Umwelt des Landkreises Emsland und den Verpächter des Sees, Gerhard Theissing von der Firma Nie-Tieke.
Projektleiter Jürgen Birtsch erläuterte den Umfang und die Auswirkungen der getroffenen Maßnahmen, bevor Anika Rohde als Vertreterin des Landesfischereiverbandes die Enthüllung der Infotafel vornahm. Unter Führung des Projektleiters wurde dann der neu geschaffene Lebensraum der Kreuzkröte besichtigt, wobei auch klar wurde, dass auch viele andere Tierarten, wie Insekten und Vögel von dem Biotop profitieren werden. Ein Selbstläufer ist diese Musteranlage allerdings nicht.
Der ASV Rheine wird in regelmäßigen Arbeitseinsätzen kontrollieren, ob der neu geschaffene Lebensraum seinen Zweck noch erfüllt, oder ob ein Eingreifen, zum Beispiel durch Entfernen von übermäßigem Bewuchs oder auch durch erneutes Vertiefen dieser Laichzonen nötig ist. „Dies ist aber kein Problem, denn wir planen ohnehin zwei- bis dreimal im Jahr Arbeitseinsätze an unseren Gewässern und gerade unsere Jugendgruppe ist immer mit Feuereifer dabei“, sieht ASV-Gewässerwart Bernd Abel die Kontrolle des Lebensraums der Amphibien nicht als zusätzliche Belastung an.