Rheine. Der General kam, sah - und hat kein Stück Boden gut gemacht bei dem Versuch, den Bürgern aus der Region die Schließung des Standortes Rheine plausibel zu erläutern. Seine Botschaft indes war simpel: „Der Sack ist zu.“
Seiner dunklen Botschaft schickte Generalleutnant Norbert Finster, am Montagabend in der Rheiner Stadthalle der Vertreter von Verteidigungsminister Thomas de Maizière, indes schmeichelnde Worte voraus: „Dass so viele Bürger gekommen sind, ist ein eindeutiger Beweis für die exzellente Integration der Heeresflieger in diesem Raum“, sagte Finster. Er habe Verständnis dafür, dass die Menschen enttäuscht seien.
Das „Aber“ ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Das fliegende Großgerät bei der Bundeswehr sei mit der Reform im großen Umfang reduziert worden. „Weniger Hubschrauber und weniger Flugzeuge bedeuten zwangsläufig auch weniger Militärflugplätze“, sagte der General. Insgesamt verfüge die Bundeswehr in Deutschland künftig nur noch über 15 Flugplätze. „Insofern hatten wir unser Portfolio zu optimieren, die Plätze mit den besten Nutzungsmöglichkeiten auszuwählen.“
Dabei sei die Entscheidung gegen Rheine ausgefallen, weil die Landebahn in Rheine „lediglich für Hubschrauber zu nutzen ist“. Die Realisierung der Reform werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen.
Dabei habe die Sicherung des Einsatzbedarfes „höchste Priorität“.
Kreisdirektor Martin Sommer hielt bei der Podiumsdiskussion dagegen: „Wir wollen kein Beileid, sondern nachvollziehbare und belastbare Erklärungen.“ Er habe kein Verständnis dafür, dass der Steuerzahler für den Transfer jetzt schon 130 Millionen Euro draufzahlen müsse. „Die vorgetragenen Argumente überzeugen nicht. Dieses Thema wird aufgegriffen und weitere Kreise ziehen“, sagte Sommer.
Mit der Auflösung des Standortes Rheine werde der Jet-Flugplatz in Holzdorf alimentiert, kritisierte Reinhard Schlepphorst (IGTH). Er erinnerte daran, das bereits der Wehrbeauftragte den Transfer als „Unfug“ bezeichnet hatte.
Als der General den Standortfaktor "Attraktivität" als „subjektiv“ bezeichnete, platzte Landrat Thomas Kubendorff der Kragen: „Ich kann Ihnen sagen, wenn Sie diese Maßstäbe für die ganze Bundeswehr anlegen, können Sie den Laden bald dicht machen.“
Bürgermeisterin Angelika Kordfelder betonte, dass der Kampf für den Standort Rheine weitergehe.

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