Rheine. Applaus wie für einen Popstar heimste Herbert Huesmann, scheidender Direktor des Gymnasiums Dionysianum, an seinem letzten Tag im Amt ein. Als der 62-Jährige, der jetzt in die passive Phase der Altersteilzeit eintritt, am Dienstagmorgen die Sporthalle betrat, kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Neben der Sympathie für den Schulleiter dürfte sich aber vielleicht auch die Freude über zwei unterrichtsfreie Stunden in den Applaus gemischt haben.
Die Schülervertretung verlangte Huesmann an seinem letzten Amtstag noch einiges ab. So musste er sich - ganz im Stil der Fernsehshow „Schlag den Raab“ - in mehreren Disziplinen mit dem Können seinen Schüler messen. Und die erste Prüfung ging auch direkt etwas daneben. Denn beim Sackhüpfen geriet der Direktor ins Straucheln. „Ich glaube, ich muss das viel intensiver üben“, meinte er, als er sich zum Glück unverletzt wieder berappelt hatte.
Die übrigen Herausforderungen meisterte Huesmann dann aber ganz hervorragend und bewies zum Beispiel an der Tischtennisplatte seine sportlichen Qualitäten.
Ganz im Stil einer Unterhaltungsshow fielen auch die musikalischen Beiträge der Schüler aus. So trat etwa die Arbeitsgemeinschaft „Hope for Africa“ auf die Bühne und bot ein afrikanisches Lied dar.
Auch das Geschenk der Schülerschaft, ein von der SV produziertes Video mit dem Titel „Eine kurze Durchsage“, das beim Festakt am vergangenen Samstag in der Stadthalle uraufgeführt worden war, wurde noch einmal allen Schülern gezeigt. „Es wird ein Film sein, auf den ich immer wieder gerne zurückgreifen werde“, zeigte sich der Direktor an seinem letzten Arbeitstag gerührt. Am Samstag habe er sich nach der offiziellen Verabschiedung den siebeneinhalb Minuten dauernden Videofilm schon gemeinsam mit seiner Familie angeschaut. Zu Schülersprecher Alexander Brockmeier meinte er: „Seit Samstag frage ich mich zunehmend, warum ich ab Mittwoch zu Hause bleiben muss.“
Aber auch für die Schüler gab es noch Geschenke. Huesmann überreichte den SV-Vertretern eine ganze Reihe von Gesellschaftsspielen, die künftig die Schülerbibliothek bereichern sollen und den jungen Leuten für den sinnvollen Zeitvertreib zur Verfügung stehen sollen.
Ganz zum Schluss der Veranstaltung setzte die Schülerschaft ihrem scheidenden Direktor noch eine Krone auf - auf das ihm der Abschied von seinem Gymnasium, an dem er als Schüler schon das Abitur abgelegt hatte und als Direktor mehr als 25 Jahre tätig war, noch schwerer fallen sollte.

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