Messerstecherei im Bahnhof landet vor Gericht

Rheine/Greven. Eine Massenschlägerei und Messerstecherei am 4. September 2009 am Bahnhof in Emsdetten zwischen zwei Gruppen Kurdisch-Stämmiger aus Rheine und Türkisch-Stämmiger aus Greven wurde am Montag beim Jugendschöffengericht in Rheine verhandelt. Am Ende stellte das Gericht die Verfahren gegen die acht jungen Leute aus Greven wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung nach einem internen Rechtsgespräch ein, weil die Beweislage zwei Jahre später schwierig war, weil alle Angeklagten sagten, die Gruppe aus Rheine habe zuerst angegriffen, weil zwei Grevener durch Messerstiche erheblich verletzt wurden, weil der Großteil der Grevener strafrechtlich sauber war und weil der Jugendgerichtshelfer keinen Erziehungsbedarf bei ihnen sah.

Das Verfahren gegen die Gruppe Kurdisch-Stämmiger aus Rheine steht noch in diesem Monat zur Verhandlung an. Auf Anfrage sagte der Richter, dass sie „so gut wie gar nicht verletzt wurden“. Den Grevenern legte die Staatsanwaltschaft Schläge und Tritte zur Last.


Zu der Tat am 4. September 2009 am Bahnhof in Emsdetten: Beide Gruppen aus Rheine und Greven wollten die Kirmes in Emsdetten besuchen. „Fühlt Ihr Euch cool?“ diese Frage der Jugendlichen aus Rheine beantwortete die Gruppe aus Greven mit: „Sind wir auch“, wie sie gestern vor Gericht bestätigten. Daraufhin hätten die Rheinenser Totschläger und Messer gezogen und sie bedroht. Die Grevener seien geflüchtet. Unterwegs soll einer sein Taschenmesser gezogen, ein Anderer sich mit zwei Aschenbechern, ein Dritter mit einem Stock vom Boden bewaffnet haben, „wir wollten uns wehren“, argumentierten sie. Einer rief den großen Bruder über Handy zu Hilfe, der mit zwei weiteren Erwachsenen nach Emsdetten eilte. Auf dem Parkplatz am Bahnhof traf man sich wieder. Der Älteste aus Greven - ein 27-Jähriger - bat die Gruppe aus Rheine um Ruhe und Vernunft, wie er am Montag vor Gericht sagte. Die Meisten hätten das befolgt und ihre Waffen weggesteckt, nur zwei hätten hinter seinem Rücken Messer und Schlagstock gezogen und angegriffen. Dabei wurde ein 16-jähriger Grevener durch einen Stich in die Brust erheblich verletzt. „Er hat mir dabei in die Augen gesehen“, beschrieb der inzwischen 18-Jährige die Situation, die ihn so schockte, dass er nach vier Tagen stationärer Behandlung psychologisch weiterbehandelt werden musste. Ein Nerv in der Brust wurde für immer verletzt, der Bereich bleibe taub. Ein 15-jähriger Grevener erlitt einen tiefen Stich ins Knie, „das Blut spritzte aus der Wunde“. Insgesamt habe er zwei Liter Blut verloren, schilderte er die bedrohliche Situation. Er musste operiert werden und verbrachte zwei Wochen im Krankenhaus.

VON MONIKA KOCH


06 · 02 · 12





TOP ARTIKEL
Topartikel Icon
PROSPEKTE
Derzeit liegen keine Prospekte vor.
AKTUELLE FOTOSTRECKEN


TERMINSUCHE


Zeitraum:
von Kalender

Fehler: Kein kein gültiges Datum !
Format: dd mm yyyy
bis Kalender
Rubrik:


© Münsterländische Volkszeitung - Alle Rechte vorbehalten 2012

Impressum | Datenschutz | AGB | Sitemap
Media-Daten | Netiquette