Kreis Steinfurt - „Diese Kampagne ist mir als Vater von zwei Kindern - das eine hat im letzten Jahr Abitur gemacht, das andere vor drei Jahren - ein ganz persönliches Anliegen.“ Das sagte am Montagmorgen Landrat Thomas Kubendorf. Alle Eltern, die ihre Kinder von Partys abholten, sähen im Laufe der Zeit immer wieder Jugendliche, die stark betrunken seien. „Man sieht Geschichten, die prägen einen.“ Joachim Jüngst von der „Aktion Selbsthilfe“ erzählte im Kreishaus, dass das jüngste Kind, das wegen einer Alkoholvergiftung im Mathias-Spital behandelt werden musste und ihm mit Einverständnis der Eltern von der Klinik gemeldet worden sei, zwölf Jahre alt war.
„Tanzen ist schöner als torkeln“, so lautet die von Kubendorff, Jüngst und vielen anderen am Montag in Burgsteinfurt vorgestellte Kampagne, die jetzt kreisweit startet. Wobei Kampagne streng genommen nicht das richtige Wort ist: Denn der Einsatz gegen den Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen wird unter der Überschrift „Tanzen ist schöner als torkeln“ nicht irgendwann enden. „Tanzen ist schöner als torkeln“ ist ein langfristig angelegtes Präventionskonzept. Und auch das gilt: „Erwachsene stehen im Mittelpunkt, denn sie sind es, die Jugendlichen Alkohol geben - manchmal vorsätzlich, manchmal auch ahnungslos“, sagte Dr. Peter Lüttmann, Sozialdezernent des Kreises Steinfurt, der neben Thomas Kubendorff saß.