Prunk, Flucht und Revolution


Als „Jesus“ (Bild) und „Mozart“ brillierte Patrick Stanke bereits auf der Tecklenburger Bühne. Auch in dem neuen Musical „Marie Antoinette“ ist er mit von der Partie.
Als „Jesus“ (Bild) und „Mozart“ brillierte Patrick Stanke bereits auf der Tecklenburger Bühne. Auch in dem neuen Musical „Marie Antoinette“ ist er mit von der Partie.
(Foto: Detlef Dowidat)


Tecklenburg - Michael Kunze (Text) und Sylvester Levay (Musik). Das ist das Spitzenteam im deutschen Musical. Ihre Werke wie „Elisabeth“, „Mozart“ und „Rebecca“ garantieren seit vielen Jahren die erfolgreichsten Bühnenproduktionen.

Die Faszination Musical erfasste durch sie auch Japan, wo Kunze/Levay ständig zwischen Tokio und Osaka mit Long-Run-Produktionen vertreten sind. Deshalb wählten sie für die Uraufführung von „Marie Antoinette“ im Jahr 2006 das Imperial Theater in Tokio und brachten 2009 das Musical als Europapremiere in Bremen heraus.


Durch besonders gute persönliche Kontakte zu den Autoren ist es den Freilichtspielen Tecklenburg gelungen, die Aufführungsrechte für das Stück direkt in Japan zu erwerben und dem deutschen Publikum wieder zu präsentieren.

Kunze/Levay stellen in das Zentrum ihres Musicals „Marie Antoinette“, das 15. Kind der Kaiserin Maria Theresia, die als 14-Jährige 1770 in einem triumphalen Brautzug an den Hof von Versailles gebracht und dort mit Ludwig XVI. vermählt wird. Luxus und Verschwendung prägen das Leben am Hof, während draußen in Paris die Menschen hungern und die Zeichen einer Revolution aufziehen.

Auch nach der Thronbesteigung 1774 bestimmen Intrigen und Affären das Leben der vom Volk verspotteten, ungeliebten Königin. Mit einem Kunstgriff gelingt es Michael Kunze als Librettist, der Königin ein Mädchen aus dem Volk gegenüber zu stellen. Margrid Arnaud, eine Bettlerin, fühlt sich in dieser Scheinwelt betrogen, wird zur Revolutionärin und erfährt in mehreren Begegnungen mit der Königin, warum deren Leben angesichts der Wirklichkeit zum Scheitern verurteilt ist. Zugleich entdeckt sie Gefühle für die leidende Marie Antoinette, deren Flucht mit ihrer Familie vor der Revolution misslingt.

Der Untergang der Monarchie ist besiegelt, als Ludwig XVI. 1793 hingerichtet wird. Nach wenigen Monaten im Gefängnis stirbt Marie Antoinette auf dem Schafott.

In einem dramatischen Bilderbogen zeigen Kunze/Levay das Auf und Ab eines Lebens vor dem Hintergrund gewaltiger politischer Umwälzungen. Zwei Frauen und deren Schicksal, zwei Welten, die unvereinbar scheinen und dennoch über das Gefühl von Menschlichkeit zueinander finden, so die Freilichtbühne in einer Ankündigung.

Das ist großes Theater, das zugleich auch einen großen Apparat wie ein Orchester mit 28 Positionen, einen gewaltigen Chor und vor allem ein Spitzenensemble braucht.

Auch hier sind Absprachen mit den Rechtegebern erfolgt, so dass Darsteller aus der Bremer Aufführung wie Sabrina Weckerlin (Die Päpstin), Patrick Stanke (Jesus Christ) und Marc Clear (Der Graf von Monte Christo) wieder an ihre Erfolge anknüpfen können. Dazu in der Hauptrolle Anna Thorén, die nach „Wicked“ (Oberhausen) erstmals in Tecklenburg zu sehen sein wird, und 30 weitere Solisten von Musicaltheatern in ganz Deutschland.

Nach der Premiere am 23. Juni steht „Marie Antoinette“ 19 Mal auf dem Programm der Freilichtspiele.



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