Reiselust in der Region: „Kreuzfahrer“ sind die Trendsetter
Kreuzfahrten sind ein Renner in den Reisebüros. Auch wer solche Reisen bislang für unerschwinglich hielt, blättert inzwischen ganz selbstverständlich in den Katalogen der Kreuzfahrt-Anbieter.Cornelia Ruholl
-ru- Tecklenburger Land. Sommer- und Ferienzeit sind schon ganz nah. Wer in den großen Ferien verreisen will, kann in ein paar Wochen schon die Koffer packen und für alle, die bisher nicht gebucht haben, wird es langsam Zeit, sich für ein Ferienziel zu entscheiden. Wir haben uns in Reisebüros umgehört, wohin es die Menschen aus dem Tecklenburger Land so zieht.
„Spanien ist immer noch ein Trend“, sagt Peter Titz, Inhaber des Reisebüros Titz in Püsselbüren, und ist sich da ganz einig mit Edith Heger, Mitarbeiterin im Reisebüro Strier in Ibbenbüren, und Beate König vom Reisebüro König in Recke. „Und auch Tunesien und Ägypten haben starken Zulauf“, so Titz.
Die Kunden achteten auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und da sei Tunesien „anderen weit voraus“, so der Reisefachmann, der bei der Frage nach den Trend-Zielen, ebenso wie Beate König, auch noch Bulgarien nennt. Die Türkei, die in vergangenen Jahren oft ganz oben auf der Hitliste stand, sei dagegen eher rückläufig, meint er. Edith Heger und Beate König allerdings wollen die Türkei noch nicht aus der Liste der Top-Ziele streichen.
Im großen Ganzen aber sind die Trends klar auszumachen: Edith Heger: „Mallorca ist immer im Trend.“ Überhaupt sei ganz Spanien beliebt, bis hin zu den Kanarischen Inseln. Und mittlerweile würden auch Reisen mit eigener Anreise in Deutschland oder Österreich mehr. Und für Beate König sind „auch die USA ein Thema wegen des niedrigen Dollar-Kurses“.
Unabhängig voneinander vollkommen einig sind sich die Vertreter der drei Reisebüros in einem anderen Punkt: Die absoluten Trendsetter sind in diesem Jahr die Kreuzfahrer. Es gebe eine „Überkapazität im Markt, und das hat zu Preisreduzierungen geführt“, sagt Magdalene Hieke, Inhaberin des Reisebüros Strier. Günstige Preise gebe es zum Beispiel auch für das erste Kreuzfahrtschiff von TUI-Cruises, „Mein Schiff“ („Mein Schiff“, die komplett umgebaute ehemalige MS Galaxy, wird bekanntlich morgen in Hamburg getauft). Eine zwölftägige Reise durch die Ostsee- und ins Baltikum mit „Mein Schiff“, die bei Katalogausschreibung für 2029 Euro angeboten wurde, sei jetzt für 1495 Euro zu haben.
Nachdem auch noch die amerikanischen Schiffe in den europäischen Markt drängten, purzelten die Preise, weiß die Reiseexpertin, die morgen übrigens zur Schiffstaufe eingeladen ist. Wenn man bedenke, dass es sich bei dem genannten Beispiel um einen „All- inclusive“-Preis handele, sei so eine Reise „fast günstiger als ein Urlaub mit dem Auto an Land.“ Sehr beliebt seien auch die Reisen auf den AIDA-Schiffen. „Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist genial“, so Hieke.
„Die AIDA ist der Renner schlechthin“, sagt auch Peter Titz, der ebenfalls das Preis-Leistungs-Verhältnis bei den Kreuzfahrten lobt. Oft böten die Veranstalter auch gute Kinderermäßigungen, sodass Kreuzfahrten auch für Familien sehr interessant geworden seien. Ein Beispiel dafür sei die italienische Reederei MSC Kreuzfahrten. Während es auf diesen Schiffen eher leger zugehe („Man hat quasi das Clubleben an Land aufs Wasser gebracht“), verfolge TUI-Cruises ein etwas anderes Konzept, das wieder den Ansprüchen des klassischen Kreuzfahrers näher komme.
„Kreuzfahrten boomen“, sagt auch Beate König, „und es gibt immer noch Schnäppchen.“
Auf die Frage, welchen Einfluss die Wirtschaftskrise auf das Reisegeschäft vor Ort habe, sagt sie: „Die Leute sind preissensibler im Moment“, im Winter sei das Geschäft auch verhaltener gewesen, „aber die Anfragen sind jetzt da. Die Leute wollen schon.“ Urlaub habe eben einen hohen Stellenwert.
Eine Verunsicherung sei bei den Frühbuchungen spürbar gewesen, meint Peter Titz. Die abwartende Haltung lasse ein großes Aufkommen an Last-Minute-Buchungen erwarten. „Die Veranstalter bewerfen sich ja fast mit den Preisen.“
Die Preise würden allerdings nicht noch weiter herunter gehen, ist Magdalene Hieke überzeugt. Im Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise erkennt sie sonst nur ein Problem: „Die Nachrichten am Abend“. Die „Panikmache“ sei kontraproduktiv.