Drensteinfurt - Eine Völkerwanderung fand Samstagnacht in Stewwert statt. Bei der ersten Drensteinfurter Kneipennacht platzten nicht nur die zehn teilnehmenden Gaststätten aus allen Nähten. Zahlreiche Musikfans nutzen auch die Gelegenheit und tourten von Konzert zu Konzert quer durch die Stadt.
Während die Feierwütigen in der Innenstadt alles zu Fuß erledigten, brachte sie ein Shuttlebus bis zum „Kayserhof“ und zur Festhalle Volkmar am Rande des Industriegebiets Viehfeld. Bereits am frühen Samstagabend fiel mit Uwe K. der Startschuss im „Kayserhof“ an der Bürener Straße. Mit Keyboard und Mikrofon schmetterte der Schlagersänger bekannte Klassiker in deutscher Sprache. Vor allem aus dem Musikerviertel und dem Viehfeld zog es viele zuerst in die Kneipe in der Nachbarschaft. Dabei fiel bereits im ersten Gasthof auf, dass die Kneipennacht des Gewerbevereins auch ein Generationenprojekt ist, dass Jung und Alt zusammenführt.
Als die Bewohner aus den südlichen Stadtteilen den Shuttlebus in Richtung Innenstadt nutzten, trafen sie dort nicht nur auf bekannte Gesichter, sondern auch auf viele Gäste aus Rinkerode, Ascheberg, Wolbeck und Hiltrup, die ebenfalls die Kneipen der Stadt entdeckten. Beim ersten Auftritt von „OL´55“ im Gasthof „Zur Werse“ zeigte sich Drensteinfurt noch zaghaft. Bei der zweiten Spielzeit der fünfköpfigen Band aus der Wersestadt füllte sich die Tanzfläche und bei der Zugabe gab es schließlich kein Halten mehr. „Die Leute sind alle guter Laune“, freute sich auch Elke Kiffe, die für den Gewerbeverein die blauen Armbänder am Eingang verteilte, die Zugang zu den zehn Kneipen gewährten.
Waschechte Drensteinfurter traten auch im „Rosso & Nero“ an der Hammer Straße auf. Die Band „Ausbruch“, die seit Anfang der 80-er Jahre auf dem ehemaligen Hof Schulze-Bockhorst probt, gab mit Coversongs und rockigen Stücken in deutscher Sprache einen Vorgeschmack auf ihre neue CD „Alles wird gut“.
Auf einer Leinwand im Hintergrund lief im Münsterländer Hof zunächst noch Fußball. Aber als „Copyplay“-Frontfrau Sonja Schubert das Mikrofon in die Hand nahm, waren die Augen nicht mehr auf das runde Leder gerichtet. Stimmgewaltig präsentierte sie mit ihren drei Bandkollegen rockige Coversongs. Im Restaurant „Amigos“ sprach und sang James Kessedy vom Urlaub, während seine Zuhörer aßen und die ersten Cocktails schlürften. In gemütlicher Atmosphäre ließ es sich der Countrysänger auch nicht nehmen, mit seinen Zuhörerinnen zu flirten.
„Drensteinfurt bewegt sich“, freute sich Irmgard Dohm, die in der „Hammer Paot“ zu Irish-Folk-Musik von „Hogan´s“ mittanzte. Zu später Stunde lockte „Rocktool“ die Besucher in den Saal im „Amigos“. Um die ehemalige Band des Hiltruper Kant-Gymnasiums nach Drensteinfurt zu locken, reichte Gastwirt Frank Kronshage eine E-Mail aus. Nur allzu gern folgten die sechs Musiker dem Ruf aus Drensteinfurt. „Wenn wir schon mal in der Heimat spielen, dann wollen wir nicht so früh Schluss machen“, sagte der „Rocktool“-Sänger Daniel Glosemeyer und gab mit seiner Band zahlreiche Zugaben.
„Die Straßen sind voll“, freute sich auch Frank Kronshage, der wie die anderen neun Gastwirte rundum zufrieden mit der ersten Drensteinfurter Kneipennacht war.