Neonazis tauchen verstärkt auf dem Land auf

Kreis Warendorf - Die rechte Szene verstärkt auch im ländlichen Raum ihre Aktivitäten. Darauf hat der Bochumer Sozialwissenschaftler Jan Schedler hingewiesen, der Mittwochabend auf Einladung des Arbeitskreises „Forum Brüderlichkeit“ im Rahmen der „Woche der Brüderlichkeit“ einen Vortrag über die Strategie der Autonomen Nationalisten in der Familienbildungsstätte (fbs) in Ahlen hielt.

„Wir können das Thema nicht ausklammern“, sagte fbs-Leiter Dieter van Stephaudt in seiner Begrüßung. Schedler, der sich an der Ruhruniversität in Bochum seit Jahren mit dem Auftreten der freien Kameradschaften beschäftigt, die unter dem Namen Autonome Nationalisten auch schon verschiedentlich in Ahlen aktiv geworden sind, warnte vor einem zunehmenden Gewaltpotenzial dieser Gruppe, die in Dortmund und Hamm über zahlreiche Aktivisten verfügt. „Ihr vorrangiges Ziel ist es, vor allem den öffentlichen Raum zu besetzen“, sagte Schedler. Neu sei gegenüber den früheren Neonazis, dass sie sich gezielt der Symbolik, Rhetorik und äußeren Erscheinung der Linksautonomen bedienen, wobei sie ideologisch die Ziele des Nationalsozialismus verfolgten.


In der anschließenden Diskussion berichteten Teilnehmer, dass einige Bürger, die sich als erklärte Gegner der Neonazis zu erkennen gegeben haben, Opfer von Schmähungen bis hin zu Morddrohungen geworden sind. Vor allem an weiterführenden Schulen seien die Autonomen Nationalisten aktiv. Auch in Oelde und Warendorf seien sie schon gesichtet worden.

Die Veranstaltung, zu der nur angemeldete Besucher Zutritt hatten, fand unter Polizeischutz statt.



19 · 03 · 10





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