Massentierhaltung erhöht Nitratwerte in der Werse


Die Werse bei Drensteinfurt: Ein idyllisches Bild, das täuschen könnte. Denn laut VSR-Gewässerschutz sind die zulässigen Nitratwerte extrem überschritten. Der Verein führt das auf die Ausdehnung der Massentierhaltung zurück.Foto:
Die Werse bei Drensteinfurt: Ein idyllisches Bild, das täuschen könnte. Denn laut VSR-Gewässerschutz sind die zulässigen Nitratwerte extrem überschritten. Der Verein führt das auf die Ausdehnung der Massentierhaltung zurück.Foto:
(nn)


Kreis Warendorf - In der Werse wurden im März sehr hohe Nitratwerte gemessen. Sie lagen zwischen 30 und 40 Milligramm pro Liter (mg/l). Das teilt der „Verein zum Schutze des Rheins und seiner Nebenflüsse“ (VSR) mit.

Laut VSR zeigen die Werte, dass die Politik dringend gefordert ist, Anreize zur Umwandlung in eine bäuerlich ökologische Landwirtschaft zu setzen. Weitere Genehmigungen für Massentierhaltungen - ohne sinnvolle und finanziell tragbare Verwertung der Gülle - dürfe es nicht geben.


Nach den Vorgaben der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser soll die Werse höchstens 11 mg/l Nitrat aufweisen. Dieser Wert werde im gesamten Flussverlauf stark überschritten - ab Ahlen um das Dreifache.

Der VSR-Gewässerschutz startete die Messfahrt mit der Beprobung der drei Quellbäche in den Beckumer Bergen kurz der Entstehung der Werse. Hier fiel vor allem die extrem hohe Nitratbelastung des Lippbachs mit 59,6 mg/l Nitrat auf.

Von Ahlen bis Drensteinfurt stieg die Nitratbelastung von 39,8 bis auf 45,2 mg/l an. Erst in Albersloh konnten die Mitarbeiter des VSR-Gewässerschutzes eine Verringerung auf 38,8 mg/l und in Angel­modde auf 32,6 feststellen. Die Werse wies damit eine stärkere Nährstoffbelastung auf als bei der Messfahrt 2009 - damals lag der Wert an der Mündung bei 25,0 mg/l.

Die hohe Nährstoffbelastung führe zu einem extremen Algenwachstum und in der Folge drohe die Gefahr des Sauerstoffmangels, der zum Sterben der Fische führt.

Nach Darstellung des VSR belasten hohe Güllemengen beziehungsweise das Aufbringen von Gülle zu Zeiten, in denen diese Nährstoffe von den Pflanzen nicht aufgenommen werden, das Grundwasser extrem. Weil die Werse zu den Fließgewässern zählt, die stark verschmutzt sind, fordert der VSR-Gewässerschutz, dass im Einzugsgebiet der Werse keine Massentierhaltungen mehr genehmigt werden soll.



15 · 06 · 11





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