Heimatverein will Natursteine auf dem Marktplatz

Beton? Das geht gar nicht


Mechtild Wolff (r.), die Vorsitzende des Heimatvereins, verkaufte nach der Jahreshauptversammlung die ersten Pflasterstein-Aktien für den Marktplatz. Foto:
Mechtild Wolff (r.), die Vorsitzende des Heimatvereins, verkaufte nach der Jahreshauptversammlung die ersten Pflasterstein-Aktien für den Marktplatz. Foto:
(Lowinski)


Warendorf - Betonpflaster auf dem Marktplatz? Das geht gar nicht, meint der Heimatverein und hat eine Sammelaktion ins Leben gerufen, die in der Guten Stube der Stadt auch zukünftig einen Bodenbelag möglich machen soll, der einer historischen Altstadt gut zu Gesicht steht.

Die Diskussion ist bekannt - und schon uralt: Das aktuelle Naturpflaster auf dem Markt ist für ältere Menschen, Stöckelschuh-Träger und Rollstuhlfahrer ein Graus: holprig, voller tiefer Fugen. Gut gehen geht anders.


Nun haben sich Stadt und Verwaltung vor einiger Zeit entschlossen, den Markt mit Laufbändern zu versehen, die aus glattem Betonstein bestehen. Keine Frage, das ist viel fußfreundlicher und mindert die Gefahr des Umknickens oder Steckenbleibens ganz erheblich.

Aber es stößt beim Heimatverein auf geballten Widerstand: Den derzeitigen Flickenteppich aus Beton und Natur hält Vorsitzende Mechtild Wolff für den falschen Weg: „Die Warendorfer müssen sich entscheiden, ob sie das Flair der Altstadt erhalten wollen.“ Ihre Position ist klar: „Zum historischen Marktplatz gehört unabdingbar Natursteinpflaster.“

Das Problem ist der Preis: Es gibt glattes, gut begehbares Natursteinpflaster - allerdings kostet das erheblich mehr Geld. Deshalb hat der Heimatverein jetzt einen Vorschlag des FDP-Ratsherrn Dr. Hans-Günther Schöler aufgegriffen. Er verkauft „Marktplatz-Aktien“ zum Preis von fünf Euro. Damit soll möglichst viel Geld gesammelt werden, um die Preisdifferenz zwischen Beton und Naturstein auszugleichen. Wolffs Hoffnung: „Zusammen mit den öffentlichen Zuschüssen wird dann das Natursteinpflaster kaum teurer als der Beton, vielleicht sogar preiswerter.“

Es blieb nicht bei der Ankündigung: Die Aktion „Natursteine für den Marktplatz“ startete gleich zum Ende der Jahreshauptversammlung des Vereins (siehe auch Bericht auf Lokalseite 1). Und die Mitglieder machten regen Gebrauch vom Angebot Pflaster-Aktien zu zeichnen. Viele Fünfer wechselten den Besitzer - und man muss es nicht bei dieser Summe belassen. Der Heimatverein freut sich auch über größere Beiträge und stellt gern Spendenbescheinigungen aus. Wer mithelfen will, das Naturstein-Projekt zu fördern ist herzlich willkommen. Der Heimatverein gibt die Naturstein-Aktien auch in Kommission ab, damit man bei Freunden, Verwandten und Nachbarn sammeln kann. Jede Hilfe ist willkommen. Wolff: „Wir werden uns auch zum Sammeln in die Stadt stellen.

VON CHRISTOPH LOWINSKI, WARENDORF


28 · 01 · 12





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