Münster - Ihre Publikation hat einen provokanten Namen: „The Dishwasher“. Das Bild vom Tellerwäscher, der sich aber nicht zwangsläufig zum Millionär hocharbeitet, sei nicht übertrieben, sagt Andreas Kemper. Er gehört zum „Referat für studierende Arbeiterkinder“ im AStA der Uni - und hat mit seinen Mitstreitern jüngst von sich Reden gemacht. Das Referat hat sich bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes beschwert: Bei der Forschung über Benachteiligung an den Hochschulen komme das Thema der Diskriminierung durch soziale Herkunft gar nicht vor.
Als Sohn von Textilarbeitern wisse er, wovon er rede, sagt Kemper, und fügt hinzu, dass die Benachteiligung von Studenten aus eher bildungsfernen Elternhäusern schwer in Daten und Fakten zu fassen sei. Einige Zahlen allerdings sprächen für sich: Während Kinder aus Familien mit eher niedrigen Sozialstatus in der gesamten Bevölkerung 48 Prozent eines Altersjahrgangs ausmachten, fänden sich in Münster nur zwölf Porzent aus dieser Gruppe an der Hochschule wieder. In Deutschland nehmen 86 laut Kemper von 100 Kindern aus Akademikerfamilien ein Studium auf, aber nur 23 Kinder von Eltern ohne akademischen Abschluss.