Münster - Die Zahl kann sich sehen lassen. Seit 2004 haben Mitglieder des Placebotheaters 400 Studierende in die Kunst des Improvisations-Theaters eingeführt. Die Placebotheater-Improschule, wie sich das Projekt offiziell nennt, ist in der Katholischen Studierenden- und Hochschulgemeinde an der Frauenstraße beheimatet und füllt offenbar eine Lücke, die von den Hochschulen selbst nicht geschlossen wird.
„Die Studierenden kommen zu uns, weil sie sich persönlich weiterentwickeln möchten“, erklärt Eva-Maria Jazdzejewski, Placebo-Geschäftsführerin und Expertin für „darstellende Kommunikation“.
In Zeiten, in denen Studierende „stundenlang vor dem Computer sitzen“ und sich immer mehr über Facebook oder StudiVZ austauschen, bestehe die Gefahr, dass „kulturelle Kompetenz verloren gehe“, so Jazdzejewski.
„Wie wirke ich auf andere? Wie ist es, wenn ich spreche? Was sagen meine Mimik und meine Körperhaltung?“ Fragen wie diese treiben die Studierenden in die Impro-Kurse. „Für viele Studierende ist es schon eine Herausforderung, vor Publikum einen Vortrag zu halten.“
Zum Konzept gehört es, dass die Teilnehmer spontan in verschiedene Rollen schlüpfen und diese dann spielen. Auch wenn es vordergründig auf der Theaterbühne „nur“ um ein Spiel gehe, so sei der pädagogische Effekt unverkennbar. „Die Teilnehmer erleben sich in diesem Probenraum ganz neu“, hält es die Kursleiterin für unabdingbar, das „Unplanbare“ als Teil des Alltages zu akzeptieren und damit kreativ umzugehen. Frei nach dem Motto: Auf der Bühne des Lebens ändert sich das Drehbuch ständig.
» Aus Anlass des Festivals „Neue Wände - Studentische Kultur an den Städtischen Bühnen“ hat sich die Improschule des Theaters etwas Besonderes ausgedacht. Am 30. und 31. Oktober veranstaltet sie einen Workshop für Hochschulangehörige. Die Ergebnisse werden am 31. Oktober um 15.30 Uhr im Theatertreff der Städtischen Bühnen präsentiert. Anmeldungen und Infos unter ' 606830 oder unter
info@placebotheater.de.