Sitzgewohnheiten von Studenten

Am liebsten hinten, am Rand - warum sich Hörsäle immer so langsam füllen


Bis jeder seinen Platz gefunden hat, kann es dauern, aber auch dieses Bild zeigt: Leere Plätze gibts nur noch vorne und in der Mitte. Foto:
Bis jeder seinen Platz gefunden hat, kann es dauern, aber auch dieses Bild zeigt: Leere Plätze gibts nur noch vorne und in der Mitte. Foto:
(-ah-)


Münster - In den Hörsälen an der Uni wird jeder Platz gebraucht. Und bis sich so ein großer Saal füllt, kann schon mal einige Zeit vergehen. Prof. Thomas Apolte ist Dekan der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät und weiß ein Lied davon zu singen. Von seinem Pult vor dem Auditorium pflegt der Professor vor Vorlesungsbeginn die Sitzgewohnheiten seiner Studenten zu studieren - und weiß: Wenn die Studenten lieber in der Mitte säßen als am Rand, könnte er viel eher loslegen. Hier seine kleine Psychologie der „Hörsaal-Besetzung“:

Die ersten, die kommen, sinken generell ganz hinten auf den äußersten Randplatz, den am weitesten vom Professor entfernten. Nach und nach füllen sich alle Plätze an den Gängen, die mit „Fluchtmöglichkeit“. Könnte ja sein, dass man während der Vorlesung schnell weg muss. Und das ist am besten unauffällig ganz hinten möglich.


Die Wahl des Randplatzes hat aber ihren Preis. Der glückliche Inhaber muss bis zum Beginn der Vorlesung immer wieder aufstehen, um andere Studenten vorbeizulassen. Und für richtig verspätete Nachzügler müssen sich gleich dutzendweise Studenten erheben. Geräuschlos geht das nie. Klappsitze schnappen nach oben, Tische werden quietschend hochgeschoben.

Vielleicht entwickelt die Uni im Zuge des Massenandrangs ein Platziersystem in den Hörsälen. Erst jede einzelne Reihe füllen, zuerst die von den Gängen am weitesten entfernten Plätze. Dann könnte auch pünktlicher gestartet werden, nämlich Punkt c.,t. Professoren vermuten: Eine akademische Viertelstunde dauert so wirklich nur 15 Minuten...

VON KARIN VÖLKER, MÜNSTER


17 · 01 · 12




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