Wie ein prickelnder Frischluftspray

Theaterformation „Cactus“ feiert 20-jähriges Bestehen und zieht kreative Bilanz


Rückblicke und Bilanzen: Barbara Kemmler (2. v. l.) und ihr Kollege Alban Renz - beide bilden bei Cactus gemeinsam das künstlerische Leitungsteam - waren für die beiden Moderatorinnen Judith Suermann (r.) und Sara-Ranjana Häuser gefragte Gesprächspartner. Foto:
Rückblicke und Bilanzen: Barbara Kemmler (2. v. l.) und ihr Kollege Alban Renz - beide bilden bei Cactus gemeinsam das künstlerische Leitungsteam - waren für die beiden Moderatorinnen Judith Suermann (r.) und Sara-Ranjana Häuser gefragte Gesprächspartner. Foto:
(Ralf Emmerich)


Münster - Das Motto: „20 Jahre. Alles fresh.“ Doch die Moderatorinnen Judith Suermann und Sara-R. Häuser hätten gar nicht erst mit dem Frischluftspray hantieren müssen. Die Besucher im übervollen Pumpenhaus glaubten den beiden auch ohne den Griff zur Sprühdose, dass Cactus, die junge Theaterformation, putzmunter aufzutrumpfen versteht.

Ja, abwechslungsreich und unterhaltsam war sie - die Geburtstags-Party aus Anlass des runden Jubiläums. Ein vergnüglicher Abend, der den steilen, von zahlreichen Preisen begleiteten Werdegang der Gruppe in einem bunten Medley Revue passieren ließ.


Zweifellos eine „Erfolgsstory“. Münsters Beigeordnete Dr. Andrea Hanke erinnerte im Grußwort an Barbara Kemmlers „mutige Pionierleistung“. Damals, 1992, als die Regisseurin, Schauspielerin und Initiatorin mit ihrem Projekt „absolutes Neuland“ betrat. Seitdem habe sie, von Alban Renz ab 2004 im Leitungsteam tatkräftig unterstützt, ein ambitioniertes soziokulturelles Gemeinschaftsangebot geschaffen, das den Alltag von Gymnasiasten und Hauptschülern, von Jugendlichen mit Migrationshintergrund nachhaltig beeinflusse.

Bettina Milz, Referatschefin im nordrhein-westfälischen Kulturministerium, lobte jene „leidenschaftliche Hingabe“, mit der sich das Duo plus Ensemble ans Werk mache. Dessen Ansatz, mit „künstlerischen Interaktionen“ gesellschaftliche Verhältnisse zu reflektieren, wisse man in Düsseldorf sehr wohl zu schätzen.

Und Hausherr Ludger Schnieder bezeichnete Kollegin Kemmler als „Äbtissin eines Bettelordens“, der stets Herausragendes gelänge. In der ihm eigenen, launigen Art fügte er noch einen zweiten, feinsinnigen Vergleich hinzu: Cactus verkörpere für ihn „so etwas wie die Entkalkungstablette im Heißwasser-Kocher“.

Dass dort Begabungen heranreiften, wurde während der Talk-Runde auf dem Ehemaligen-Sofa deutlich. Da erzählte beispielsweise Marlena Keil vom Unterricht am Wiener Max-Reinhardt- Seminar, Peter Eberst berichtete über sein Debüt im bekannten Fernseh-Dauerbrenner „Lindenstraße“.



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