Stadt setzt auf Präventionsprogramm

Münster: 5700 Kinder in Armut


Kinder armer Eltern müssen auf Vieles verzichten, was für Gleichaltrige eine Selbstverständlichkeit ist.Foto:
Kinder armer Eltern müssen auf Vieles verzichten, was für Gleichaltrige eine Selbstverständlichkeit ist.Foto:
(dpa)


Münster - Kinderarmut gibt es auch in einer so reichen Stadt wie Münster. Immerhin 5697 Kinder unter 15 Jahren gab es laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit im September 2011 in der Westfalenmetropole. Das sind zwar 7,6 Prozent weniger als 2007, rechnet Peter Huck vom Jobcenter Münster vor, das seit Jahresbeginn für Hartz IV-Empfänger zuständig ist.

Dennoch ist der Rückgang der Kinderarmut bei weitem nicht so auffällig wie auf Bundesebene (13,5 Prozent innerhalb von fünf Jahren). Auf Landesebene sind es gut acht Prozent. Einen Grund sieht Marcus Schölling, Abteilungsleiter Markt und Integration im Jobcenter, darin, dass die Ausschläge in Folge von wirtschaftlichen Entwicklungen in der Vergangenheit „in der Dienstleistungsmetropole Münster nie so groß waren wie auf Landes- oder Bundesebene“.


Fakt ist jedenfalls, dass sich die Zahl der Leistungsberechtigten nach SGB II (Hartz IV) seit fünf Jahren bei rund 20 000 eingependelt hat, knapp 5700 davon sind Kinder unter 15 Jahren.

Für die Leiterin des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien, Anna Pohl, ist „jedes Kind im Leistungsbezug eines zu viel“. Viel verspricht sich die Stadt deshalb vom „Maßnahmenprogramm einer kindbezogenen Armutsprävention“, das im vergangenen Jahr auf den Weg gebracht wurde.

Ziel ist laut Pohl, möglichst früh anzusetzen und Eltern und Kinder durch Beratungs- und Trainingsprogramme zu stärken. Das beginne mit der Schwangerschaftsberatung, gehe über Säuglings- und Kinderpflegekurse, Förderinseln in den Grundschulen bis zum Einsatz von Stadtteilkoordinatoren, die mit den Erziehungsberatungsstellen zusammenarbeiten. Gesundheit und Bildung sind laut Pohl Schlüsselgrößen, um Kindern gute Startchancen zu geben.

Positiv bewertet auch der Geschäftsführer des Kinderschutzbundes in Münster, Dieter Kaiser, das städtische Maßnahmenprogramm.

Das Jobcenter setzt laut Schölling in diesem Jahr „vor allem auf Qualifizierung und niederschwellige Maßnahmen wie Bewerbungstrainings“, um mehr Langzeitarbeitslose in den Arbeitsmarkt zu integrieren.



27 · 01 · 12





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