„Wollt ihr uns tanzen sehen?“


Abba Review heizte den Besuchern mit Klassikern der schwedischen Band ein.
Abba Review heizte den Besuchern mit Klassikern der schwedischen Band ein.


Münster - Irgendwie war das nicht nach Nicoles Geschmack: Eigentlich hatte sich die Germanistik-Studentin vorgenommen, die Brings auf der Bühne 1 des Hafenfestes zu sehen - doch der Weg zum Erfolg war hart auf dem Hafenfest. Denn schon auf rund der Hälfte der Flaniermeile ging gar nichts mehr: „Drängeln auf höchstem Niveau“ lautete die Devise. „Es ist schon ein Wunder, dass keiner ins Wasser gefallen ist“, beschwert sich die Studentin. Zu dem Auftritt der köllschen Gruppe Brings ist sie dann nicht mehr gegangen. „Ich habe doch genug Auswahl - dann eben zu den „Aviours of soul“ an die Brinkhoff-Bühne. Da habe ich wenigstens Platz.“

Doch nicht jeder gab so schnell auf wie Nicole. So war es nicht verwunderlich, dass bei der urköllschen Band kaum noch ein Platz vor der Bühne zu bekommen war. In klassischer Manier lautet dann die Frage an die Fans: „Wollt ihr uns tanzen sehen?“ - was mit großem Applaus quittiert wurde. Hüpfend und springend demonstrierten sie, dass es eben keine Frage des Alters ist, das Publikum zu begeistern.


Doch schon am Freitag hatten die Besucher an den Bühnen viel zu staunen, auch wenn immer wieder Worte laut wurden, dass es eigentlich viel zu eng sei. So heizten zunächst Abba Review den Gästen mit Klassikern der schwedischen Band ein. Tanzen war vorprogrammiert, während an Bühne zwei die neunköpfige Band I-Fire im rauen Offbeat. Nach eigener Aussage haben sie nur „Bock auf Musik“, was auch das Publikum mitriss. und an Bühne vier gab es mit Jordan Drive aus Dänemark eben Jive auf die Ohren. Melanie Ohlen war begeistert. „Die akrobatischen Stunts sind einfach klasse - allerdings wie sie das machen, ist mir noch nicht ganz klar.“

Aber auch Pop-Punk stand auf dem Programm: Die Spezialisten, eine Band aus Münster, sorgten mit melodiösem Gesang und harten Gitarren-Riffs für gute Laune unter dem meist jugendlichen Publikum, während so manch älterer Besucher doch eher dem Clown Georg den Vorzug gab. „Eigentlich ist das Programm für Kinder“, gibt Hildegard Hahne zu, die zu Besuch bei Enkel Michael ist. Aber was für die Kleinen gut ist, könne doch für „ältere Semester“ nicht schlecht sein.

Nicole hat es in der Zwischenzeit doch noch bis zur Bühne der Brings geschafft. „Ich wollte unbedingt die Band sehen. Manchmal muss man einfach dranbleiben.“

VON CLAUS RÖTTIG, MÜNSTER


14 · 06 · 09





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