Münster - Pocken und Ruhr, Cholera und Tuberkulose - Krankheiten, die Millionen Menschen das Leben gekostet, die Angst und Schrecken verbreitet haben. Sie sind längst besiegt. Doch an ihre Stelle sind neue Infektionen getreten: Aids, Noro-Viren, Hepatitis, Krankenhaus-Keime. Sind die Menschen ihnen hilflos ausgeliefert? „Nein“, ist Privatdozent Dr. Alexander Friedrich überzeugt. In welchen Wellen die Erreger in Deutschland und der Welt auftreten, wie sie sich ausbreiten und wie jeder sich schützen kann, das erläuterte der Facharzt für Hygiene vom Universitätsklinikum Münster den Zuhörern in der Abendvisite am Dienstag.
Sein Credo: die persönliche und die öffentliche Hygiene. Kein Mensch lebt unter einer isolierten Glocke und ist damit unverwundbar, betonte der Fachmann: „Es gibt keinen Maximalschutz.“ Aber: „Wir haben unsere Hände überall“, verwies er auf den gefährlichsten Übertragungsweg. Menschen drücken einander freundlich die Hand, fassen an Türklinken, benutzten Tastaturen, Handys und Lichtschalter - und hinterlassen überall ihre Spuren. Der nächste, der damit in Berührung kommt, übernimmt Viren, Bakterien, Keime. Und der, der über ein geschwächtes Immunsystem verfügt, der wird schnell krank. Die Desinfektion der Hände, aber auch von Oberflächen und Geräten biete also auf jeden Fall einen großen Schutz.